MdB und MdL Bericht aus Berlin: Mehr BAFöG - aber weiter kein Mindestlohn für die Weiterbildungsbranche
Liebe Leserin, lieber Leser,
meine Arbeitswoche in Berlin begann mit einem Rückblick auf die innerdeutsche Geschichte. 20 Jahre deutsche Einheit sind ein guter Grund zur Freude. Deshalb habe ich gerne an der Einheitsfeier am 3. Oktober teilgenommen. Höhepunkt war der Festakt vor dem historischen Ort der Wiedervereinigung, dem Reichstagsgebäude.
Für unsere Studierenden gab es in dieser Woche einen weiteren Anlass zum Feiern: Am Dienstag tagte der Vermittlungsausschuss zum Thema BAföG. Die SPD konnte ihre Forderungen nach einer Erhöhung des BAföG-Satzes durchsetzen. Bund und Länder hatten zunächst über die Finanzierung gestritten. Nun werden die Länder für ihre Mehrkosten entschädigt und bekommen mehr Forschungsmittel. Doch während die SPD-geführten Bundesländer das Angebot der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bereits akzeptiert haben, zweifeln die CDU-Landesregierungen noch am Vorschlag der eigenen Partei. Wir sagen: Das Angebot ist gut für die Studierenden und die Hochschulen. Der Streit zwischen Bund und CDU-Ländern darf nicht länger auf dem Rücken der Studenten und den Hochschulen ausgetragen werden!
Ärger machte uns diese Woche hingegen ein anderes Bildungsthema: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der Führung von Ursula von der Leyen hat einen Mindestlohn in der Weiterbildungsbranche abgelehnt. In einem knappen Schreiben wird beschieden: „Dem Antrag wird mangels Vorliegens eines öffentlichen Interesses an der Allgemeinverbindlichkeitserklärung nicht stattgegeben.“ Und das, obwohl es keinerlei Widerstand gegen diesen Tarifvertrag gab und sogar die Bundesanstalt für Arbeit bereits mit der Allgemeinverbindlichkeitserklärung gerechnet hat und ihre Ausschreibungsbedingungen entsprechend angepasst hat. Nun heißt es: Außer Spesen nix gewesen. Die Weiterbildung bleibt ein Paradies für unseriöse Billiganbieter – dank Frau von der Leyen. Meine Plenarrede zu diesem Thema können Sie sich in der Mediathek auf der Homepage des Bundestages anschauen.
Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Michael Gerdes.
Veröffentlicht von SPD-Stadtverband Dorsten am 12.10.2010

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