Spannend war es im November 2017 – und informativ. Die beiden Rhader Allgemeinmedizinerinnen Dr. Marlies Weddeling und Marion Hüttermann folgten einer Einladung der örtlichen SPD, um über die ärztliche Versorgung in unserem Ort öffentlich zu diskutieren. Und dass diese verbesserungswürdig ist, erkennen nicht nur wartende Patienten, sondern auch die Ärztinnen, die mit einer Wochenarbeitszeit von 65 bis 70 Stunden versuchen, die Lage zu entspannen. Letztlich wurde aber eingeräumt, dass eine messbare Entlastung nur durch einen weiteren Arzt oder eine Ärztin zu erreichen sei. Also ein Fall für die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die für die Zuweisung zuständig ist. Diese bemüht die Statistik, die auf Durchschnittswerte zurück greift. Und danach muss Rhade weiter „in die Röhre“ blicken. Christoph Kopp, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Rhade hatte zugesagt, den direkten Kontakt mit der KV zu suchen, um eine Folgeveranstaltung anzubieten.
Nun teilt er mit, dass die KV keine Ressourcen hat, um einer Einladung der SPD zu folgen. Aber, so das Angebot, wenn der Stadtrat „rufen“ würde, sehe das, salopp gesprochen, anders aus. Gesagt, getan. Christoph Kopp hat der Dorstener SPD-Stadtratsfraktion einen Brief geschrieben, einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einzubringen. Gespannt warten die Rhader SPD und sicherlich die interessierte Öffentlichkeit, ob es so zu einer weiteren Veranstaltung vor Ort kommen wird. „Vielleicht lassen sich dabei auch ähnlich gelagerte ärztliche Probleme anderer Dorstener Ortsteile klären“, so Christoph Kopp abschließend.
Am vergangenen Samstag nahm Jennifer Schug, SPD-Stadtverbandsvorsitzende, als Delegierte auf dem Landesparteirat der NRWSPD in der Mercatorhalle in Duisburg teil. Präsentiert wurden die Zwischenbilanzen der einzelnen Prozessarbeitsgruppen des Landesvorstandes (Digitale Partei, Innere Organisation, KommunalKampa und Personalentwicklung) und die beiden zukünftigen Mitglieder der Bundesregierung aus der NRWSPD: Svenja Schulze (designierte Bundesumweltministerin) und Michelle Müntefering (designierte Staatsministerin im Auswärtigen Amt).
Vor allem ging es aber um das Thema „Erneuerung der SPD“. „Die Sitzung hat mich tatsächlich motiviert und mich optimistisch gestimmt“, so Jennifer Schug begeistert. „Der Erneuerungsprozess wird ernst genommen und ich erlebe die NRWSPD als treibende Kraft dieses Prozesses und fühle mich mitgenommen!“
Die SPD will in der neuen Bundesregierung vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Das machte der kommissarische SPD-Vorsitzende Olaf Scholz bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD deutlich. Darüber hinaus will die Partei Deutschland in einem geeinten Europa in eine sichere Zukunft führen.
Nicht wenige Besucher des Bürgerforums Rhade runzelten die Stirn. Zwei Anregungen, u. a. von der Rhader SPD öffentlich aufgegriffen, wurden vom Bürgermeister negativ bewertet:
Die fehlende Beleuchtung des Geh- und Radweges zwischen Stuvenberg und Bahnlinie wurde zwar indirekt anerkannt, weil auch überparteilich immer wieder angemerkt, aber mit dem Hinweis auf die schlechte Haushaltslage abgelehnt. Die Frage, ob beim Thema Verkehrssicherheit gespart werden sollte oder darf, blieb unbeantwortet im Raum stehen.
Der Rettungsdienst im ländlichen Bereich, Rhade und Lembeck wurden beispielhaft genannt, weist Defizite auf. Die Vorgabe, nach Anforderung in maximal 12 Minuten vor Ort zu sein, wird in einem Drittel aller Fälle nicht erreicht. So die Statistik des Kreises Recklinghausen. Drei Maßnahmen, das abzustellen, werden zurzeit diskutiert. Interessant ist, dass in Städten eine 8-Minutenregelung gilt. Warum, so die SPD-Meinung, wird der ländliche Raum nicht gleich gestellt? Der Hinweis des ersten Bürgers der Stadt, dass das Geld kostet, heißt nicht, dass die geäußerte Anregung nicht als Forderung aufgegriffen werden sollte. Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an. Und vier Minuten Differenz zwischen Stadt und Land beim Rettungseinsatz bedeuten eine erstaunliche Schlechterstellung der Menschen im ländlichen Bereich.
Fazit: Die schlechte Finanzlage der Stadt, des Kreises und des Landes darf nicht dazu führen, dass in den Bereichen Sicherheit und Rettungsdienst Abstriche einfach hingenommen werden dürfen. Eine politische Forderung, hinter der die Rhader Sozialdemokraten stehen.
Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Wochen und Monaten intensiv und leidenschaftlich über den Eintritt in eine Große Koalition diskutiert. Diese Debatte war beispielhaft für eine lebhafte innerparteiliche Demokratie. Wir können selbstbewusst sagen: Die SPD hat gezeigt, dass Parteien der Ort kontroverser Debatten sein können und sachlich ausgetragene Diskussionen unsere Demokratie stärken.