Grundschuldebatte – Dorstens Eltern haben nun Planungssicherheit

Schule und Bildung

Friedhelm Fragemann
Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Am Ende eines langen Diskussionsprozesses um die Zukunft der Dorstener Grundschulen gab es in der letzten Ratssitzung dann doch einen breiten Konsens. Bis auf die Agatha II (Hardt) bleiben alle Grundschulen erhalten; die Grundschulen werden zu 2er- und 3er-Verbünden zusammengefasst. Gleichzeitig forderte der Rat auf Initiative der SPD die Verwaltung auf, eine bessere personelle Versorgung der Dorstener Grundschulen von der Schulbehörde zu fordern. Dorstens Eltern haben nun Planungssicherheit, wenn sie ihre Kinder für das nächste Jahr zur Schule anmelden.

Der demographische Wandel hat zwei Seiten. Die Bevölkerung wird nicht nur immer älter und die Zahl älterer Menschen steigt; auf der anderen Seite fehlen junge Menschen. Rein rechnerisch könnten Grundschulen geschlossen und die Schülerinnen und Schüler auf die verbleibenden Schulen aufgeteilt werden.

So standen zu Beginn der Diskussion gleich 3 Grundschulen vor dem Aus: die Johannes- und die Wichernschule sowie Agatha II auf der Hardt. Bei den Anmeldezahlen der letzten Jahre gab es zur Schließung der Agatha II-Schule kaum eine Alternative – zumal nur wenige hundert Meter entfernt eine weitere Hardter Grundschule (Pestalozzischule) vorhanden ist. Hardter Kinder werden also in Zukunft keinen längeren Schulweg haben.

Anders sieht die Situation im Bereich des Stadtfeldes und im Bereich des ehemaligen Freibades aus. Hier hätte die Schließung der Johannes- und der Wichernschule zu weiten Schulwegen für die kleinsten Schülerinnen und Schüler geführt. Bereits frühzeitig lehnte die SPD diese Schließungen ab.

Daß nun bis auf die Agatha II alle anderen Grundschulen vorerst erhalten bleiben können (die Agatha II nimmt im kommenden Jahr zum letzten Mal Kinder auf und läuft dann aus), dafür sorgt das Instrument „Verbundschule“. Grundschulen werden in 2er- und 3er-Verbünden zusammengefasst. Zukünftig gibt es einen Haupt- und einen unselbständigen Teilstandort mit einer gemeinsamen Schulleitung. Eine Lösung, die für Schulen und Kinder vorteilhaft ist. Schülerinnen und Schüler können weiter in Wohnortnähe zur Schule gehen (kurze Beine, kurze Wege), Verbundschulen können beispielsweise flexibler auf krankheitsbedingte Ausfälle von Lehrern reagieren. Denn die im Verbund tätigen Lehrer können dann auch am anderen Schulstandort eingesetzt werden.

Die gestern beschlossene Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes ist jedoch keine Entscheidung für die Ewigkeit. Ob alle zu Verbünden zusammengeschlossenen Grundschulen erhalten bleiben, das hängt auch vom Anmeldeverhalten der Eltern ab. Da es keine Schulbezirke mehr gibt, können Dorstens Eltern ihre Kinder grundsätzlich an jeder Dorstener Grundschule anmelden. Sollten dadurch einzelnen Grundschulen Schülerinnen und Schüler fehlen, könnten Grundschulschließungen dann doch noch notwendig werden.

In der abschließenden Ratsdebatte ergänzte die SPD die Verwaltungsvorlage und stellte den Antrag, daß die Verwaltung sich energisch für eine bessere personelle Ausstattung des 3er-Verbundes aus Pestalozzi-, Wilhelm-Lehmbruck- und Johannesschule bei der Schulbehörde einsetzen solle. Der Antrag wurde anschließend noch einmal erweitert (bessere personelle Ausstattung aller Verbundgrundschulen) und mit breiter Mehrheit angenommen.

 

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