
Dirk Schult, SPD-Ratsherr aus Holsterhausen.
Der gelbschwarzen Koalition droht neuer Streit. Diesmal geht es um die Frauenquote – der Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten soll in einem ersten Schritt auf 20 % und dann auf 40 % steigen. Überraschend fand der rotgrüne Vorstoß Freitag im Bundesrat eine Mehrheit (das Saarland und Thüringen stimmten dafür). Jetzt muß sich der Bundesrat mit der Frauenquote beschäftigen. Schon mehren sich Stimmen, die eine Freigabe der Abstimmung fordern. Doch die Unions-Führung ist strikt gegen die Frauenquote – und die Freigabe der Abstimmung. Aber lohnt sich diese Debatte überhaupt?
Es gibt Experten, die glauben an eine andere, eine neue Unternehmensführung, wenn der Anteil von Frauen in den Führungsgremien steigt. Solange Frauen nur Exoten in den Männer-Gremien sind, solange kann diese These nicht bewiesen werden. Einerseits. Andererseits geht die aktuelle Debatte an der Realität vieler Millionen Frauen im Beruf vorbei. Immer noch gibt es reine Frauenjobs. Oder kennen Sie Arzthelfer, Floristen oder Rechtsanwaltsgehilfen? Und diese Berufe werden schlecht bezahlt. Und selbst wenn Frauen in besser bezahlten Berufen arbeiten – ihre männlichen Kollegen bekommen vielfach mehr Geld für die gleiche Arbeit.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich müssen mehr Frauen an die Spitze von Unternehmen. Aber muß das wirklich der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung sein?

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