Erweiterung Raiffeisen in Lembeck: Entscheidung verschoben

Stadtentwicklung

Rainer Heimann
Rainer Heimann, SPD-Ratsherr aus Lembeck.

Die Raiffeisen Hohe Mark eG will den Standort Lembeck erweitern. Das Mischfutterwerk soll um ca. 250 qm auf dann rund 700 qm erweitert werden. Die Genossenschaft will dafür 8 Mio. Euro investieren, 12 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Der Knackpunkt ist die Gebäudehöhe von 30 m – der Bebauungsplan läßt nur max. 12 m hohe Gebäude zu. Einziger Ausweg: Die Änderung des Bebauungsplanes. Ein solche Entscheidung wollte der Umwelt- und Planungsausschuß (UPA) aber (noch) nicht treffen – alle Fraktionen meldeten weiteren Beratungsbedarf an und verschoben die Abstimmung auf eine spätere Ausschußsitzung.

Notwendig aus Sicht der Raiffeisen-Genossenschaft ist die geplante Erweiterung, weil die Landwirte mit ihrem Mais nicht mehr die eigenen Tiere füttern, sondern diesen an benachbarte Biogasanlagen verkaufen. Das Futter für die Tiere wird nun verstärkt eingekauft. Um diesen Bedarf zu decken, will Raiffeisen eine neue Produktionslinie aufbauen. In den Fotomontagen sind die dazu geplanten Anbauten an den schon stehenden „Turm“ fast nicht zu sehen. Und zusätzlicher Lieferverkehr soll nach Argumentation der Raiffeisen-Genossenschaft auch nicht entstehen, weil größere Transportfahrzeuge eingesetzt werden. Also alles kein Problem?

Nicht ganz – erst 2006 wurde der Bebauungsplan geändert. Sein einziger Inhalt: Eine Höhenbeschränkung auf 12 m für alle neu geplanten Gebäude. Es ging um den Schutz des Landschaftsbildes.

Nun ringen zwei Werte miteinander: Wirtschaftliche gegen ökologische Interessen. Das Problem bei einer Bebauungsplanänderung: Wird die Höhenbeschränkung für das Raiffeisen-Projekt aufgehoben, dann gilt das für das gesamte Bebauungsplangebiet. Das heißt, im gesamten Gewerbegebiet könnte dann ungehindert in die Höhe gebaut werden. Genau das sollte 2006 ja durch die Änderung des Bebauungsplanes verhindert werden...

Theoretisch könnte die Raiffeisen-Genossenschaft auf die 30 m hohen Anbauten verzichten und die neue Produktionslinie auch in einer 11 m hohen Halle unterbringen. Dann allerdings nicht mit der aktuellsten Technik – es entstünden mehr Lärm und mehr Geruch, außerdem wäre der Energieaufwand höher.

 

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