Dirk Schult, SPD-Sprecher im UPA. Dorstens Bahnhof wird umgebaut – diese frohe Botschaft verkündete ein Bahnvertreter im jüngsten Umwelt- und Planungsausschuß (UPA). Im März nächsten Jahres soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, anschließend folgt die rund 1,5jährige Umbauphase. Geht alles gut, könnte der neue Dorstener Bahnhof 2014 in Betrieb gehen. (Bislang) einziger Schönheitsfehler der bisherigen Grob-Planung: Das Gleis für den Coesfelder Zug wird zwar gekappt, bleibt aber in Teilen erhalten.
Rund 15 Mio. Euro wird der neue Bahnhof kosten. Dafür werden auf der Ostseite zwei Bahnsteige für den „Borkener“ gebaut. Für den Zug nach Dortmund gibt es einen neuen Bahnsteig (im Bereich der heutigen Baracken). Die Bahnsteige werden alle angehoben und die Signaltechnik auf digitale Technik umgestellt. Die Bahn nimmt noch einmal rund 15 Mio. in die Hand, um die Strecke nach Coesfeld zu verbessern (u. a. Neubau eines Haltepunktes in Klein-Reken) und auf dem Streckenabschnitt bis nach Gladbeck-Zweckel eine größere Zugdichte möglich zu machen.
In die Freude, daß der Umbau des Dorstener Bahnhofes endlich näher rücken könnte, mischt sich aber auch Enttäuschung. Stadtplanerisch gewünscht war der vollständige Abbau aller Gleise auf der Westseite, um das Bahnhofsgelände zur Innenstadt zu öffnen. Das gelingt nach den bisher vorliegenden Grobplänen nicht vollständig – auf der Westseite wird ein Teilgleis erhalten bleiben, auf dem zu bestimmten Zeiten der Coesfelder Zug ankommen und abfahren wird. Mit Investor Fründt, der das Bahnhofsgebäude gekauft hat und dort u. a. Gastronomie mit Außensitzplätzen anbieten möchte, hat die Bahn bislang noch nicht gesprochen.
Und dann kommt die immer wieder ganz spezielle Bahnlogik ins Spiel. Auf die Frage, warum denn auf der Ostseite (das ist die der Innenstadt abgewandte Seite) nicht ein neues Gleis für den Coesfelder Zug errichtet wird, gab es die Antwort: Das sei zu schwierig, weil der Coesfelder Zug dann zu viele Gleise überqueren müßte. Für den Dortmunder Zug enthält das aktuell vorliegende Konzept aber genau so eine Lösung – die für den Coesfelder Zug angeblich technisch nicht möglich sein soll...