Michael Baune, stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dorsten. Gegen das Leid der Wildtiere im Zirkus
In der letzten Woche erreichte die SPD-Fraktion und laut Verteiler auch die anderen Fraktionen im Rat der Stadt Dorsten ein Schreiben des Verbandes Deutscher Circusunternehmen (VDCU), in welchem sich dieser über eine angebliche „Hetzjagd gegen den deutschen Circus“ in der deutschen Öffentlichkeit, ausgelöst insbesondere durch die Politik, beklagt.
Zu diesem Schreiben erklärt Michael Baune, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion: „Dieses Schreiben dürfte durchaus gezielt gerade jetzt als Serienbrief an Kommunalpolitiker verschickt worden sein, steht doch die Zeit des ‚Weihnachtscircus‘ – auch in Dorsten – vor der Tür. Meine Haltung hierzu ist eindeutig: Wir Kommunalpolitiker dürfen uns nicht vor den Karren gewissenloser Zirkusunternehmungen spannen lassen, die mit unnötig leidenden Tieren Profit machen. Denn es ist inzwischen allgemein anerkannt. dass eine artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmungen nicht möglich ist.“
In Deutschland sind Elefanten, Tiger, Bären und viele andere Wildtiere weiterhin gezwungen, zur ‚Bespaßung‘ von Eltern und Kindern fragwürdige Kunststücke in der Manege vorzuführen. Der Deutsche Tierschutzbund spricht von unhaltbaren Zuständen und regelmäßig nachgewiesener Tierquälerei, wenn beispielsweise Tiger, die in freier Natur ein Revier von bis zu 700 km² beanspruchen, im Zirkus in kleinsten Verschlägen gehalten, zum Teil mehr als 50 Mal im Jahr verladen und transportiert werden, oder Elefanten ständig an Beinen fixiert über Stunden in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, von teilweise fragwürdigen Dressurmethoden einmal ganz abgesehen.“
Dass es auch anders geht, beweist der Cirque du Soleil, der sehr erfolgreich ist und dabei vollkommen auf Tiere verzichtet, oder aber der renommierte Circus Roncalli, der ebenfalls bewusst auf Wildtiere verzichtet.
Der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Theodor Mantel, erklärte schon 2010 unmissverständlich: „Aus Sicht des Tierschutzes ist ein Verbot von allen Wildtierarten im Zirkus angezeigt.“ Eine ganze Reihe unserer europäischen Nachbarstaaten hat das Mitführen bestimmter Wildtierarten in Zirkussen bereits untersagt. Und auch auf kommunaler Ebene regt sich Widerstand. So haben deutschlandweit inzwischen über 70 Städte Verordnungen erlassen, die eine Flächenvergabe an Zirkusbetriebe die Wildtiere mitführen, untersagt. Darunter auch Städte wie Ahaus, Bocholt, Borken, Castrop-Rauxel und Reken.
„Es stünde uns auch in Dorsten sehr gut zu Gesicht, wenn wir diesen Beispielen folgend auch für unsere Stadt ein Verbot des Gastierens für solche Zirkusbetriebe aussprächen. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass dieses Thema auf die politische Tagesordnung und in den Rat kommt. Ich fordere ganz konkret eine Beschlussfassung des Rates die besagt, dass zukünftig kommunale Flächen nur noch an Zirkusbetriebe vermietet werden, die nachweislich keine Wildtiere nach Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES mitführen“, so Baune.
Darüber hinaus appelliert Michael Baune: „Wir können alle gemeinsam etwas tun. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger im Namen des Tierschutzes: Bitte besuchen Sie keine Zirkusse mit Tierdressuren und erklären Sie Ihren Kindern, dass Tiere in Zirkussen nicht artgerecht leben können. Auch Kindergärten und Schulen könnten Aufklärungsarbeit leisten! Um es mit Albert Schweitzer zu sagen: Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.“
SPD-Stadtverband schließt sich der Stellungnahme von Michael Baune "ohne wenn und aber" an
"Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter!", so die Dorstener SPD-Stadtverbandsvorsitzende Jennifer Schug. "Unzählige Städten und Gemeinden, so beispielsweise auch Borken, haben schon vor Jahren beschlossen, keine Flächen mehr an Zirkusbetriebe zu vermieten, die Wildtiere mit sich führen. Viele unserer europäischen Nachbarländer (Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Kroatien, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn) und auch viele Nationen außerhalb Europas haben ein grundsätzliches, nationales Verbot von Wildtieren in Zirkussen ausgesprochen. Und die Gründe dafür lassen sich zu einem Satz zusammenfassen: Die Gesundheit der Tiere ist wichtiger als ihre Verwendung zur Unterhaltung oder das Festhalten an überkommenen Traditionen."
Jennifer Schug verspricht: "Die SPD in Dorsten wird sich dieses Themas annehmen! Sie wird Stellung beziehen, für die Rechte von Tieren und für ein städtisches und bundesweites Verbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben kämpfen. Für eine moderne und verantwortungsvoll handelnde Stadt ist der Erlass eines solchen Verbots unerlässlich."