Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß. Der Stadtteil Barkenberg stand im Mittelpunkt der gestrigen Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses (kurz: UPA). Nach intensiver Debatte über den Rückzug der LEG vom Stadtumbau West informierte die Verwaltung über zwei zukunftsweisende Maßnahmen in Barkenberg: die Wohnfeldverbesserungsmaßnahme Dimker Allee/ Himmelsberg und das Wohnprojekt Blaue Schule.
Der Stadtumbau West war bislang eine Erfolgsgeschichte. Gestützt auf millionenschwere öffentliche Fördermittel wurden nicht mehr benötigte Gebäude zurückgebaut oder ganz abgerissen, andere Gebäude saniert und öffentliche Plätze neu gestaltet. Davon profitierte auch die LEG, der Wohnraum wurde verknappt, das Umfeld um die LEG-Gebäude attraktiver gemacht. Ein letzter Bauabschnitt (der Vierte) sollte die Gesamtmaßnahme abrunden. Die Fördermittel sind bewilligt, aber nun zieht sich die LEG zurück. Zurück bleibt die sog. „Schiefergruppe“, der letzte 8-Geschosser in Barkenberg. Und zurück bleiben 100 Wohnungen, für die eigentlich kein Bedarf ist. Was folgt nun? Zwar verspricht die LEG einen gesunden Mietermix – aber die von Stadtbaurat Holger Lohse vorgestellten Maßnahmen enttäuschen. 1,4 Millionen soll in die Häusergruppe investiert werden – das Geld reicht vielleicht für die dringensten, bislang zurück gestellten Reparaturen. Für mehr aber auch nicht! Keineswegs ist mit dieser Summe eine Attraktivitätssteigerung möglich. Ebenso sind die meisten anderen versprochenen Maßnahmen nicht mehr als zum Tagesgeschäft eines Wohnungskonzern zählt. Reichen diese Minimalmaßnahmen, um den von der LEG versprochenen gesunden Mietermix anzulocken? Es darf, nein, das muß bezweifelt werden.
Positives gab es von der Ladenzeile Dimker Allee/ Handelshof zu berichten. Baubeginn ist im kommenden Jahr, alle Maßnahmen sollen noch 2011 abgeschlossen sein. Nach dem Rückbau der Gebäude und dem Abriß der Brücke wird nun die Außenfläche neu gestaltet. Die Straße wird auf 2 Spuren zurückgebaut, eine Rampe sorgt für Barrierefreiheit, die Wege werden neu geführt, es entstehen kleine Plätze und eine Spielecke. Um die durch die Dimker Allee getrennten Flächen der Ladenzeile und des Handwerkshofes optisch zu verbinden, wird es eine Rinne geben, die auch quer über die Straße verläuft. Anfang und Ende dieser Rinne ist jeweils eine Skulptur. Geboren wurde diese Idee im Rahmen der Bürgerbeteiligung und überraschte selbst die professionellen Fachplaner. Ein weiterer Beweis für den Nutzen von Bürgerbeteiligung: neben die Apotheke in der Ladenzeile soll die Freifläche durch ein bepflanztes Gabionentor (Dimker Tor oder „Melles-Tor“) abgeschlossen werden. Eine pfiffige Idee aus der Bürgerbeteiligung: Eine große Plane überspannen – und schon hat Barkenberg eine XXL-Leinwand für public viewing bei der nächsten EM.
Für das Projekt Mehrgenerationen-Wohnen „Blaue Schule“ gibt es einen neuen Investor. Nach dem Rückzug des bisherigen Investors Mertmann stemmt nun die Bauherrengemeinschaft Brun als Eigentümer der Gebrüder Brun GmbH dieses Dorstener Modellprojekt. In einem ersten Bauabschnitt sollen insgesamt 32 Wohneinheiten entstehen.