Zebrastreifen Am Westwall: Seniorenheimbewohner müssen sich noch gedulden

Verkehr


An dieser Stelle "AmWestwall" fordert der Seniorenbeirat einen Zebrastreifen.

Manchmal brauchen auch gute Ideen einfach ihre Zeit, bis sie umgesetzt werden können… Der gewünschte Zebrastreifen am Westwall in Höhe des Eingangs zum dortigen Seniorenheim ist so ein Beispiel dafür. Droht aus dem Zebra- ein Schneckenstreifen zu werden? Im Sommer 2010 wurde ein neuer Seniorenbeirat gewählt. Eines seiner ersten Projekte: ein Zebrastreifen als Querungshilfe für die Bewohner des Seniorenheims am Westwall. Friedhelm Aßhoff, Vorsitzender des Seniorenbeirates, sprach in der Oktobersitzung des Umwelt- und Planungsausschusses vor. Reaktion der Verwaltung: Die Verkehrsbelastung rechtfertige nicht die Schaffung eines Zebrastreifens. Außerdem gäbe es rund 100 m weiter (in Verlängerung der Patersgasse) bereits eine solche Querungshilfe. Dieser Argumentation folgten SPD und CDU nicht. Die Verwaltung versprach daraufhin, eine Verkehrszählung durchzuführen.

Diese wurde am 9.11. durchgeführt, wegen eines Auswertefehlers konnte das Ergebnis aber nicht wie geplant in der Dezembersitzung vorgestellt werden. In der jüngsten Sitzung präsentierte die Verwaltung nun die Zahlen: innerhalb von 24 Stunden gab es 1797 Fahrzeugbewegungen, darunter 372 Zweiräder. Die Spitzenbelastung lag bei 177 Fahrzeugen in der Stunde. Fazit der Verwaltung: Das Verkehrsaufkommen rechtfertige nicht die Schaffung eines Zebrastreifens.

Dieser Sichtweise widersprachen erneut SPD und CDU. SPD-Sprecher Dirk Schult wies darauf hin, daß an dieser Stelle ja gerade ältere, nicht mehr so mobile Menschen den Westwall queren müssen. Und 177 Autos in der Stunde sind immerhin 3 pro Minute. Außerdem wurde die Zählung an einem Dienstag durchgeführt (Reaktion der Verwaltung: derartige Zählungen werden aufgrund irgendeines Standards grundsätzlich dienstags oder donnerstags durchgeführt) – an Markttagen ist die Verkehrsfrequenz höher. Praktische Hilfe sagte die CDU zu, sie würde die Farbe für die Zebrastreifen spendieren. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann ergänzte das Angebot: „Dann stiftet die SPD die Pinsel“. Am Ende sagte die Verwaltung eine nochmalige Prüfung zu.

Die Verkehrszählung erbrachte auch ein paar erstaunliche Fakten: So fuhren, jedenfalls am 9.11.2010, immerhin zwei Sattelzüge durch die schmale Straße. Immerhin halten sich 85 % der Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung: die sog. V85 (das ist die Geschwindigkeit, die 85 % aller Verkehrsteilnehmer nicht überschreiten) beträgt 24 km/h. Die gemessene Spitzengeschwindigkeit: 38 km/h.

 

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