Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender des SPD Stadtverband Dorsten. Meine Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen
Vor einem Jahr habe ich meine Neujahrsrede mit folgenden Worten beendet:
„Ich weiß, dass wir beim Neujahrsempfang 2010 über das Jahr 2009 sagen können:
Es war ein Jahr voller Herausforderungen.
Wir haben alles gegeben.
Wir können in den Spiegel schauen.
Wir haben für Dorsten und unsere Bürger gewonnen.“
Dann wollen wir mal zurückblicken.
Ja, das kann man wohl ohne Übertreibung sagen. 2009 war ein Jahr der besonderen Herausforderungen. 3 Wahlen, Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl.
Unsere SPD hat in einer sehr schwierigen Phase in ihrer mehr als 140jährigen Geschichte deutlich Federn lassen müssen.
Aber – so habe ich vor 12 Monaten formuliert: Wir haben alles gegeben.
Ich glaube, dass wir Dorstener Sozialdemokraten auch heute, nach einem gewissen Abstand, das selbstbewusst wiederholen können:
Wir haben alles gegeben!
Dafür danke ich Ihnen, die Sie uns dabei begleiteten und Euch sehr herzlich. Und ganz besonders Hans-Udo Schneider, der dafür gesorgt hat, dass es ein spannender und inhaltlich geführter Bürgermeisterwahlkampf geworden ist. Seine 5 Themenschwerpunkte sind für uns Programm geworden:
1. Echte Bürgerbeteiligung
2. Erste Schritte zu eigenen Stadtwerken einleiten
3. Schul- und Bildungspolitik, die keinen ausgrenzt
4. Aktive Begleitung des demographischen Wandels
5. Hervest in den Mittelpunkt. Stichworte: Zeche, Soziale Stadt..
Wir können also in den Spiegel schauen. Aber nicht selbstgerecht oder überheblich. Wir müssen noch besser werden, viel besser.
Und der Satz: Wir haben für Dorsten und unsere Bürger gewonnen, ist nicht falsch. Auch wenn wir es nicht geschafft haben, immer als Sieger die Ziellinie überquert zu haben. Wir haben dafür unüberhörbare Zeichen gesetzt. Dazu etwas später.
Meine heutigen Gedanken, keine Angst, es wird nicht zu lange dauern, habe ich so überschrieben:
„Wir sind gut aufgestellt und blicken nach vorn!“
Dorsten hat nämlich etwas Besonderes, was aus meiner Sicht im Alltagsgeschäft der Verwaltung und der Parteien, die SPD will ich mal vorsichtig davon ausnehmen, viel zu häufig untergeht.
Dorsten hat eine Vielfalt zu bieten, die durch die Ortsteile, wunderschön im Kreis um den Stadtkern gruppiert, darauf wartet „geweckt“ zu werden. Dorsten hat aber auch gleichnamige SPD-Ortsvereine, die hellwach und motiviert sind, sich noch mehr als bisher, einzubringen.
Seit Jahren beklage nicht nur ich, dass der kommunalpolitische Schwerpunkt viel zu sehr auf den Stadtkern gerichtet ist. Das muss in Zukunft besser, sprich breiter aufgestellt werden.
Ich nenne Hervest.
Städtebaulich durch die gewachsene Bergarbeitersiedlung ein Idyll. Strukturpolitisch eine riesige Baustelle.
Der SPD-Ortsverein weist seit Jahren darauf hin, dass hier etwas passieren muss. Stichwort: Soziale Stadt. Die aktuelle Forderung der Hervester Sozialdemokraten, eine spezielle Hervestkonferenz einzuberufen, findet unsere volle Unterstützung
Ich nenne Altendorf-Ulfkotte
Ganz nah bei den Menschen ist hier unser SPD-Ortsverein. Da wird nicht nach dem Mund geredet, da wird nicht vorher ausgelotet, woher der Wind wehen könnte, da wird selbstbewusst und argumentativ für mehr Akzeptanz und Teilhabe geworben.
Ich nenne unseren Ortsverein Altstadt
Altstadt und mehr muss man eigentlich sagen. Denn der Einzugsbereich umfasst viel mehr als der Name Altstadt aussagt. Neben der Feldmark und der Altstadt, werden auch die Siedlungsbereiche Hardt und Östrich unübersehbar, unüberhörbar und kreativ vertreten.
Ich nenne Holsterhausen
Ein Stadtteil, der es in sich hat. Auf der einen Seite die dauerhafte Bewältigung des gigantischen Strukturwandels Bergbau, auf der anderen Seite die Wandlung zu einem funktionierenden Dienstleistungszentrum mit wachsender Bedeutung für die Gesamtstadt. Mittendrin der Ortsverein, der offensiv, bürgernah und überzeugend für unsere Ziele wirbt.
Ich nenne Altwulfen-Deuten
Wer hält denn die seit Jahrzehnten ungelösten Verkehrsprobleme durch die B58, mitten durch den Ort, auf der Tagesordnung? Wer mahnt immer wieder, die Gefahren, die durch die MUNA entstehen, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen? Wer kämpft dafür, dass der Brückenschlag mit Wulfen-Barkenberg keine Utopie bleibt? Ich denke, wir können stolz auf unsere Genossinnen und Genossen vor Ort sein.
Ich nenne nun Wulfen, Wulfen-Barkenberg
Ein ganz spannender Ortsteil. Jung und dynamisch. Architektonisch mit besonderer Vielfalt ausgestattet. Verkehrstechnisch ein Musterbeispiel. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass Wulfen sich am meisten immer wieder neu behaupten muss, um als gleichberechtigter Stadtteil anerkannt zu werden. Besonders zu erwähnen ist das Bürgerengagement. Gemeinschaftshaus, Bücherei, und, und, und. Selbstbewusst, kritisch und äußerst kreativ. So mein Urteil über die sympathischen Bewohnerinnen und Bewohner und die Mitglieder unserer SPD vor Ort.
Ich nenne Lembeck
Ein Ortsteil, besser, ein in sich geschlossenes Dorf.
Bemerkenswert ist hier das funktionierende Vereinswesen, das kaum einen Lembecker außen vor lässt. Dann das Schloss, das sich förmlich aufdrängt, viel besser als bisher touristisch in ein Gesamtkonzept „Dorstener Norden“ eingebunden zu werden. Wo sind denn die Vorschläge geblieben, die in den 80er Jahren mit interessierten Bürgern und Verbänden erarbeitet wurden? Mittendrin ist auch unsere SPD und bietet sich als Mittler und Gesprächspartner absolut kompetent an.
So – jetzt bin ich am Ende meiner Rundreise angekommen. Ich nenne Rhade
Ein Stadtteil, der rasant gewachsen ist. Ein Dorf, eine SPD, die unermüdlich fordern, mehr als bisher mitgenommen zu werden.
An diesem Beispiel will ich stellvertretend für alle Stadtteile und alle SPD-Ortsvereine festmachen, dass Bürgermeister, Rat und Verwaltung einen gravierenden Fehler machen, auf das Wissen, die Kreativität und die Bereitschaft mitzuarbeiten, so großzügig wie bisher zu verzichten.
Bürgerbeteiligung ist viel mehr als Bürgernähe und Bürgerinformation.
Bürgerbeteiligung heißt, neue Wege zu finden, so viele wie möglich interessierte Bürgerinnen und Bürger frühzeitig an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
Ich rufe in Erinnerung, dass das eine Hauptforderung unserer Kommunalwahlkampagne war. Ich erinnere aber auch daran, dass sie von der CDU und ihrem Bürgermeister sehr offensiv aufgegriffen wurde.
Jetzt sind die Versprechungen einzuhalten!
Das nachträgliche informieren über bereits getroffene Entscheidungen muss ein für alle mal der Vergangenheit angehören. Die Rhader SPD hat dazu weit reichende Vorarbeiten geleistet, die man, ohne überheblich zu sein, modellhaft bezeichnen kann.
Die Finanzprobleme der Stadt sind gewaltig. Aber sie dürfen nicht als KO-Kriterium dienen, die freiwillige Mitarbeit und damit eine weit reichende Mitbestimmung abzulehnen.
Ich möchte Sie und Euch herzlich bitten, die in kurzen Beispielen genannte Vielfalt der Stadtteile und der aktiven Sozialdemokraten zu nutzen, um Dorsten viel besser als bisher als lebendige Einheit zu präsentieren.
Unsere Bürgerinnen und Bürger haben das verdient. Alle. Und überall in Dorsten.
Ich sagte am Anfang meiner Rede, dass wir gut aufgestellt, flächendeckend präsent sind und nach vorne blicken.
Wir spiegeln also die positive Vielfalt in unserer Stadt wider.
Nehmen Sie uns beim Wort. Mehr Angebote kann man einer Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern nicht machen.
Wenn wir also unser Zuversicht behalten,
wenn wir weiterhin offen und fair agieren,
wenn wir konstruktiv mitarbeiten,
dann werden wir auch wieder als 1. Sieger durchs Ziel gehen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen ein erfolgreiches Jahr 2010.
Glück Auf!