Jan Kolloczek, SPD-Ratsherr aus Barkenberg. Für die Nachtspeicher-Problematik in Barkenberg gibt es ein großes Bündel Lösungsmöglichkeiten, die helfen, Geld zu sparen und den CO2-Ausstoß zu senken. Das ist die gute Nachricht des Gutachtens, das im Umwelt- und Planungsausschuß vorgestellt wurde. Die „Kröte“ dabei: Es gibt keine große Lösung. Also einfach in der Nähe von Barkenberg ein Blockheizkraftwerk errichten, daran die bestehenden Nachtspeicheröfen anschließen, das geht nicht – so das Gutachten. Es fehlt in Barkenberg schlicht ein Leitungsnetz, um die anfallende Wärme nutzen zu können. Eine gute Nachricht konnte Stadtbaurat Holger Lohse beisteuern: Es gibt Zuschüsse, z. B. von der RAG, so daß nun Eigentümer individuell beraten werden können, welche Maßnahmen sich für das eigene Haus lohnen.
Grundlage für die Gutachter waren 3 Muster-Typen: das Einfamilienhaus, das Reihenhaus und das Geschoßwohnungshaus. Für diese 3 Typen wurden die unterschiedlichsten Maßnahmen durchgerechnet: reine Senkung des Wärmebedarfs durch Dämmung (Dach, Außenwände, Boden, Fenster) und Installation neuer Heizungen (Gas, Holzpellets, Wärmepumpen etc.). Haupt-Ergebnis: Jeder Eigentümer kann seinen Wärmebedarf senken und/ oder den CO2-Ausstoß minimieren.
Wie teuer die Maßnahmen sind, wann diese sich amortisieren, das kommt auf jeden Einzelfall an. Die dem Gutachten zugrunde liegenden Muster-Typen können da nur eine grobe Richtung angeben. Wer sich individuell beraten lassen möchte, kann sich im Stadtteilbüro oder bei der Stadt Dorsten melden.
Interessant ist ein Blick auf die Eigentumsverhältnisse der Nachtspeicher-Häuser. Eine Hälfte gehört Privateigentümern, die andere Hälfte Wohnungsgesellschaften wie der LEG oder der Dorstener Wohungsgesellschaft (DWG). Während die DWG noch prüft, ob und wie sie ihren Wohnungsbestand modernisiert, hat die LEG schon Tatsachen geschaffen. Die LEG hat in den letzten Jahren im Rahmen des Projektes „Stadtumbau West“ eine Menge Geld in ihre Wohnungen investiert, hat dabei auch den Wärmeschutz verbessert – setzt aber weiter auf Nachtspeicherheizungen. Die Chance auf einen großen Wurf in Sachen CO2-Reduktion – vertan.