Tönsholt muß endlich an Dorsten angebunden werden!

Kommunalpolitik

Friedhelm Fragemann
Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Tönsholt – ein (fast) vergessener Stadtteil in Dorsten… Rund 300 Menschen leben hier – und sind von Dorsten so gut wie abgeschnitten. Die Bushaltestelle nach Dorsten (an der Gladbecker Straße) ist rund 1,2 km entfernt.

Bislang werden die Tönsholter Grundschüler mit einem Bus zur Schule nach Altendorf-Ulfkotte gefahren.

Die SPD sah sich in Tönsholt um und sprach mit den Eltern. Fazit: Diese Siedlung wurde stadtplanerisch vernachlässigt. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann wendet sich mit einem Brief an den Bürgermeister Lütkenhorst und den Stadtbaurat Holger Lohse.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lütkenhorst,
sehr geehrter Herr Stadtbaurat Lohse,

anlässlich eines Ortstermins der SPD in der Angelegenheit „Schülerspezialverkehr“ in Tönsholt, musste ich feststellen, dass auf Grund der dort gegebenen verkehrlichen Ausnahmesituation nicht nur der Schülerspezialverkehr zwingend erhalten bleiben muss, sondern es sich hier um einen insgesamt eher vernachlässigten Ortsteil (Splittersiedlung im Außenbereich) handelt, mit dem wir uns wieder intensiver beschäftigen müssen. Hier sind Infrastrukturmaßnahmen zwingend notwendig, um die immerhin ca. 300 Bewohner aus ihrer misslichen Situation zu befreien und zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Eine verkehrliche Anbindung fehlt völlig. Die einzige Verbindung stellt eine Buslinie nach Bottrop dar, so dass nicht nur Kindergartenkinder und Schüler, sondern auch die Erwachsenen vom Rest der Stadt Dorsten abgenabelt sind. Offensichtlich ist im Zuge der kommunalen Neugliederung, in deren Gefolge Tönsholt zu Altendorf-Ulfkotte und somit zu Dorsten geschlagen wurde, versäumt worden, diesen Bereich verkehrstechnisch und planerisch entsprechend einzubinden bzw. zu entwickeln. Hier lebt immerhin eine ganze Reihe von Familien mit 5 oder mehr Kindern. Die nächste Bushaltestelle liegt an der Gladbecker Straße und ist 1,2 km entfernt. Die zur Gladbecker Straße führende Zuwegung verfügt über keine Bankette und größtenteils auch keine Bürgersteige (bis auf wenige Meter vor der querenden Bahnlinie) und wird im Übrigen, obwohl als Straße für Anlieger ausgewiesen, vom Berufverkehr als „Schleichweg und Raserstrecke“ missbraucht, auch von LKW’s. Schon allein unter Sicherheitsaspekten ist dies völlig inakzeptabel.

Statt der Ausweisung von Neubaugebieten in der Stadt Dorsten, wie sie der CDU-Stadtverband und auch die CDU Altendorf-Ulfkotte als Lösung demografischer Probleme fordern, meines Erachtens eine Scheinlösung, müssen dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen Vorrang haben. Tönsholt muss planerisch angemessen ins Stadtgebiet integriert werden, zumindest die Grundversorgung vor Ort sichergestellt werden. Ein erster Schritt könnte eine angemessene Anbindung an den ÖPNV sein, z.B., indem die Vestische die Buslinie 276 über Tönsholt führt.

Mit freundlichem Gruß

Fragemann

 

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