
Selbstbewußt, geradlinig, mitreißend – so präsentierte sich Dr. Hans-Udo Schneider bei seiner Bewerbungsrede auf dem Stadtparteitag der Dorstener SPD. Der Sozial- und Industriepfarrer tritt an, Bürgermeister aller Dorstener zu werden. Die Herzen der SPD-Delegierten eroberte er im Sturm – von 41 Delegierten gab es 41 Ja-Stimmen! Dr. Hans-Udo Schneider muß sich nun am Montag den Delegierten der Grünen stellen – denn der Barkenberger soll als gemeinsamer Kandidat von SPD und Grüne den Amtsinhaber ablösen.
Zu Beginn seiner Rede erinnerte Dr. Hans-Udo Schneider an den langjährigen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau. Der hatte in eine Rede mal folgenden Witz eingebaut: „Die ganze Woche sieht man sie nicht, die Pfarrer, und wenn man sie dann sieht und hört am Sonntag, dann versteht man sie nicht.“ Anders bei Pfarrer Schneider – er sprach Klartext. Schonungslos zählte er die drängensten Probleme in Dorsten auf:
- 60% aller Hauptschüler bleiben ohne Ausbildungsplatz
- 7 Jahre nach Schließung der Zeche Fürst Leopold ist dort immer noch nichts in Sachen Nachfolgenutzung passiert
- in Dorsten gibt es Armutsinseln
- in Dorsten leben mehr als 9000 Menschen von Hartz 4 bzw. Sozialhilfe
Und wie sieht das Programm von Dr. Hans-Udo Schneider für Dorsten aus? „Suchet der Stadt Bestes“! Treffender lässt sich nicht auf den Punkt bringen, worauf es in der Kommunalpolitik ankommt. „Suchet der Stadt Bestes“ – natürlich ein Bibelzitat. Ein Pfarrer kennt sich in der Hl. Schrift schließlich gut aus. Bei der praktischen Umsetzung kommt es aber auf ganz irdische Maßnahmen an:
- Armut bekämpfen
- Schaffung eines gerechten Bildungssystems
- die Bürgerbeteiligung muß gestärkt werden
- alle gesellschaftlich wichtigen Gruppen sind in öffentliche Diskussionen mit einzubeziehen
- die lokale Wirtschaft und Kaufkraft muß unterstützt werden
- Unterstützung von Familien und Kindern durch das Familienbüro, durch Besuche aller Familien mit neugeborenem Kind unter Einbeziehung der freien Wohlfahrtsverbände oder speziell ausgebildeten Familienhebammen
- Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Jobs
- Ausbau regenerativer Energien
- Stärkung des Umweltschutzes
- die Frage nach eigenen Stadtwerken muß vorbehaltlos geprüft werden
„Suchet der Stadt Bestes“ - es gibt also eine Alternative zu der in den letzten 10 Jahren betriebenen Politik.

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