Streckenleistungsfähigkeitsanalyse – Stellen Bahn und VRR die Signale auf rot?

Stadtentwicklung


Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß.

Die Bahn, eine Welt voller Mythen und Mysterien. Das fängt schon sprachlich an – wenn einer mit der Bahn verreist, dann ist er ein Beförderungsfall. Ein noch schöneres Wort: Streckenleistungsfähigkeitsanalyse. Bevor die jetzt angepeilte Lösung zum Umbau des Dorstener Bahnhofs („Variante 2b“) grünes Licht von der Bahn und dem VRR bekommt, muß nachgewiesen werden, ob und ggf. wie viel sich die Fahrtzeiten verlängern.

Das mag vielleicht Vorschrift sein – aber der leidgeprüfte Pendler weiß aus eigener tagtäglichen Erfahrung, was solche Analysen oder Verbesserungsversprechen der Bahn wert sind: Wenn es schneit oder Blätter von den Bäumen fallen oder die Sonne scheint – nichts. Dann sind die schönsten Analyseergebnisse oder 5-Jahrespläne nur noch Makulatur.

Natürlich - müssen Züge die letzten Meter bei der Einfahrt in den neuen Bahnhof langsamer fahren, verlängert das die Fahrtzeit. Halten die Züge aus Oberhausen, Coesfeld und Dortmund auf ihren „Stumpfgleisen“ nun weiter entfernt vom Bahnhofsgebäude, kostet auch das Zeit für die etwas längeren Laufwege. Nur – wir reden hier nicht von Stunden, sondern von wenigen Minuten.

Den Pendler interessiert die nackte Fahrtzeit wenig – viel wichtiger ist die Zuverlässigkeit beim Umsteigen. Erreiche ich meinen Anschlußzug oder meinen Bus noch – oder nicht? Im Fahrplan müßten immer ein oder zwei Minuten herauszuholen sein, um die Anschlüsse gewähren zu können. Der Zug könnte entsprechend früher losfahren oder die Anschlußzüge und Busse entsprechend später abfahren.

Es bleibt nur zu hoffen, daß Bahn und VRR das Analyseergebnis nicht zum Anlaß nehmen, um weiteren Sand ins Planungsgetriebe zu streuen. Die Situation am Dorstener Bahnhof ist nicht länger hinnehmbar. Das Gelände – vermüllt. Das Bahnhofsgebäude – beinahe ein Fall für die Abrißbirne. Dazu fehlende Unterstellmöglichkeiten an Regentagen, matschige Wege, zu niedrige Bahnsteige, kein WC. Die jetzt vorliegende Planung „Variante 2b“ ist nur ein Kompromiß, ja. Aber durch diese werden der Bahnhof und sein Umfeld aufgewertet, die Situation spürbar verbessert. Und sie funktioniert eben auch ohne den Elektronischen Stellwerks-Betrieb. Mit diesem leidigen Thema hat die Dt. Bahn AG die Entwicklung des Bahnhofes nun wirklich lange genug ausgebremst.

 

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