Christian Wulff, Ex-Glamour-Präsident, pardon, Ex-Bundespräsident, sorgt weiter für Schlagzeilen. Es geht, wieder einmal, um seine Mitnehmer-Qualitäten. Im letzten Jahr erhielt Wulff vom Zentralrat der Juden den Leo-Baeck-Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Gute Sitte ist es, dass Politiker solche Preisgelder spenden. Im Falle von Wulff landeten die 10.000 Euro jedoch (erst einmal) auf seinem Privatkonto.
Jedenfalls stieß die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen auf diese Summe und fragte beim Bundespräsidialamt nach. Anfang Juni – wie der Spiegel recherchierte. Wulff ließ daraufhin mitteilen, dass er das Geld einem israelischen Krankenhaus gespendet habe. Die dazugehörige förmliche Anfrage jedoch, ob der Stifter mit dem Spendenzweck einverstanden sei, wurde jedoch erst Mitte Juni gestellt... Wäre Wulff ein Regierungsmitglied gewesen, hätte er das Preisgeld melden müssen. Ob diese Pflicht nicht auch für Bundespräsidenten gilt, wird derzeit geprüft.
Ganz gleich, wie das Prüfergebnis auch ausfallen mag: Dieses Kapitel reiht sich ein in eine lange Liste vergleichbarer Mitnahme-Fälle. Wulff bleibt sich da treu. Und schweigt. Jedenfalls wird es vorerst kein Buch von ihm geben. Berater halten seine Memoiren derzeit nämlich für unverkäuflich.

Mitglied werden

