ODAS: Hilfe durch Messungen und Optimierungen im Betriebsablauf

Kommunalpolitik


Susanna Simmerl, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.

In Holsterhausen riecht es – und manchem Anwohner stinkt es sogar. Im doppelten Sinne des Wortes. Die Rede ist vom ODAS-Betrieb auf dem Gelände des alten Steinwerks an der Borkener Straße. In der letzten Zeit häuften sich die Beschwerden – der Umwelt- und Planungsausschuß beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit diesem Thema. Fazit nach einem Ortstermin und anschließender Beratung im Ausschuß: Der Kreis nimmt die Beschwerden ernst, will die Gerüche messen – und erhofft sich durch Optimierungen im Betriebsablauf eine Reduktion der Gerüche.

Worum geht es?

Auf dem ODAS-Betriebsgelände werden Grünschnitte angeliefert, die nach einer Lagerzeit von einer bis fünf Wochen zerkleinert, gesiebt und dann abtransportiert werden, um in benachbarten Biogasanlagen energetisch verwertet zu werden. Während der Lagerung beginnt es in den Mieten zu gären – wie in jeder Kompostierungsanlage auch. Weht der Wind günstig, also nach Norden oder nach Westen, bekommt kaum ein Holsterhausener den Geruch mit. Bei Westwind dagegen stinkt es in Holsterhausen. Und wenn dann, wie in den letzten Wochen geschehen, auch noch eine ungünstige Wetterlage (sog. Inversionswetterlage) vorherrscht, dann verfliegt der Geruch nicht, sondern breitet sich langsam und wahrnehmbar aus. Das bestreitet auch Betreiber ODAS gar nicht, der deshalb sogar seine Produktion einstellte, um die Geruchsbelästigung zu minimieren. So Geschäftsführer Steffen Schirmacher-Rohleder beim Ortstermin am Dienstag.

Diese Maßnahmen reichen nicht aus. Einerseits. Andererseits hat es seit Produktionsbeginn im Mai bis zur kritischen Inversionswetterlage kaum Beschwerden von Anwohnern gegeben. Was also tun? Der Kreis Recklinghausen, der für den ODAS-Betrieb Genehmigungsbehörde war, will den aktuellen Beschwerden nachgehen, das versprachen Hans-Jürgen Görß und Uwe Schröder in der Ausschusssitzung. Der Kreis konnte im Rahmen des Bauantrags nur die zu erwartenden Geruchsimmissionen und die Gutachten für seine Baugenehmigung prüfen, jetzt soll der Ist-Zustand überprüft werden. Hier gelten nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) Grenzwerte für die Geruchsbelästigung – je nach Lage darf es 10 oder 15 % der Betriebsstunden stinken, das müssen Anwohner nach dem geltenden Recht ertragen. Werden diese Grenzwerte überschritten? Der Kreis will nun messen. Und schlägt als Beitrag zur Geruchsreduzierung zum Beispiel kleinere Mieten vor, um die Lagerzeit auf dem Gelände zu verkürzen. Denn je größer eine Miete, desto länger die Lagerzeit. Und je länger die Lagerzeit, desto größer der mögliche Geruch.

Auch wenn das nicht nach einer schnellen Lösung klingt – der Kreis ist alarmiert. Abhilfe oder wenigstens eine Reduktion des Gestanks scheint möglich. Und die SPD wird sprichwörtlich ihre Nase weiter in den ODAS-Betrieb hineinstecken.

 

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