Heinz Denniger, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dorsten. „Wer etwas erreichen will, hat Ziele, wer etwas verhindern will, sucht Gründe“ – unter dieses Motto stellte die SPD Dorsten ihren Neujahrsempfang. Welche Ziele die Sozialdemokratie auch in Zeiten leerer öffentlicher Kassen in Dorsten, im Land und im Bund hat, darauf gab zuerst Heinz Denniger die erste Antwort:
„Bildung ist das Ziel Nr. 1. Es kommt auf Qualität und auf Nachhaltigkeit an“ stellte der stellvertretende Vorsitzende der Stadt Dorsten die Bildung ganz an den Anfang seiner Rede. „Eltern müssen die Sicherheit haben, daß ihr Kind die Schulzeit an der Schule beenden kann, an der es angemeldet wurde“. Ziel Nr. 2 – die Sanierung des städtischen Haushaltes. „In der Stadtwerke-Entscheidung brauchen wir die beste Lösung für die Stadt Dorsten“ sieht Heinz Denniger hier Möglichkeiten für die Stadt Dorsten, einen neuen finanziellen Handlungsspielraum zu gewinnen. Sein Wunsch für 2012: Jeder müsse in Würde in Dorsten leben können.
Anschließend begrüßte Sigmar Gabriel, Bundes-Vorsitzender der SPD, die Dorstener Gäste. Nicht leibhaftig, aber doch in einer persönlichen Video-Botschaft wandte sich Gabriel an die Genossinnen und Genossen und an die Freunde der Sozialdemokratie in Dorsten. Seine Botschaft war klar, das ganz große Ziel: Nicht Geld und Märkte dürfen regieren, sondern die Politik und die Menschen müssen regieren. Die Lasten müssen FAIR verteilt werden.
Welchen Zwängen die Kommunalpolitik unterliegt, machten die Jusos in einem Rollenspiel transparent und verständlich: Sie errichteten eine Mauer aus Pappkartons. Zum Klassiker von Pink Floyds „The Wall“ wuchs Last um Last eine Mauer, ihre Bausteine: RVR-Umlage, Kreis-Umlage, ÖPNV-Umlage, dazu noch die Kosten für FDP-Steuergeschenke und die CDU-Obstruktionspolitik. „Dahinter verschwinden dann die Dorstener Probleme, z. B. die Reparaturkosten für verstopfte Klos in Dorstener Schulen. Dann heißt es: Dafür ist kein Geld vorhanden“ verdeutlichte Tobias Seidel, Sprecher der Jusos Dorsten, die Folgen der Finanzlast, die der Stadt Dorsten aufgelastet wird. Und die Lösung? Ein Juso im roten Dress rüttelte an der Mauer, die sich bog, die wackelte – aber nicht einstürzen wollte. „Wir brauchen Hilfe, alleine können wir das nicht schaffen“ warb Tobias Seidel um Unterstützung. Und die gab es dann auch – ein weiterer Juso im gelben Dress (ein wenig Balsam für die viel gescholtene F.D.P.) half – und die Mauer stürzte ein.