Landrats-Kandidat Süberkrüb: Wir müssen uns regional aufstellen

Kommunalpolitik


Cay Süberkrüb, SPD-Landratskandidat

Sechs Bewerber wollen Landrat des Kreises Recklinghausen werden. Wahrscheinlich wird es jedoch ein Duell der beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Cay Süberkrüb (SPD) und Josef Hovenjürgen (CDU), geben. Über seine Ziele stand Süberkrüb der Dorstener Zeitung Rede und Antwort.

Frage: Herr Süberkrüb, wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie am 7. Juni zum Landrat gewählt werden, obwohl die SPD bei den letzten Wahlen und in Umfragen nicht gerade gut abgeschnitten hat?

Süberkrüb: Die Landratswahl ist eine Persönlichkeitswahl. Ich bin mir sicher, dass mir die Stimmen der SPD-Wähler sicher sind. Darüber hinaus hoffe ich, auch andere Wähler gewinnen zu können. Ich bin froh über jeden Menschen, der mir seine Stimme gibt, egal, ob er sonst mit der CDU, den Grünen oder den Linken sympathisiert.
Außerdem glaube ich, dass die Menschen immer stärker begreifen, dass man in schweren Zeiten keine Leichtmatrosen braucht. Immer, wenn der Wind rau wurde oder nach Katastrophen ein Neuanfang nötig war, konnte man sich auf die SPD verlassen. Das wissen die Menschen, wie wir in vielen Gesprächen hören.

Frage:Das größte Problem im Kreisgebiet ist die Schieflage der Finanzen. Ist die Kreisumlage in den Griff zu bekommen?

Süberkrüb: Wir haben uns parteiübergreifend dafür entschieden, Verfassungsbeschwerde einzulegen. Diese Entscheidung beruht auf der Erkenntnis, dass Kreis und Kommunen aus einem Topf wirtschaften müssen. Die Soziallasten sind enorm und vor Ort nicht steuerbar. Wir haben nicht die Mittel, um unsere gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen. Es geht also darum, dass das Land uns entweder mehr Geld gibt oder einige Aufgaben von unserer langen Liste streicht.
Frage: Gibt es beim Kreis kein Sparpotenzial mehr?
Süberkrüb: Es gibt Leute, die behaupten, beim Kreis muss nur richtig gespart werden, dann haben die Städte wieder Spielraum. Ich bin sicher, das geht nicht! Goldene Türklinken gibt es nirgendwo. In allen Städten und im Kreis muss sehr sparsam gewirtschaftet werden. In Herten liegen die freiwilligen Ausgaben unter 1 %, davon werden zum Beispiel Frauenhäuser, Familien- und Drogenberatung finanziert. Und darauf können wir nicht verzichten!

Frage: Hatten Sie früher schon Berührungspunkte zu Dorsten? Welche Dinge wollen Sie speziell für unsere Stadt anpacken?

Süberkrüb: Natürlich kenne ich Dorsten schon länger. Durch Besuche bei Kollegen, durch ausgedehnte Radtouren, durch Fachgespräche mit meinem Kämmererkollegen Quallo. Entscheidende Frage aber wird sein: Wie schaffen wir es, die Arbeit in der Region zu halten? Es wird nicht funktionieren, uns gegenseitig die Haare zu schneiden. Wir müssen industrielle Standorte haben und dazu müssen wir uns regional aufstellen. Wenn wir die Kirchtürme zu hoch bauen und nur auf Arbeitsplätze in Dorsten schauen, bringt uns das nicht weiter. Aber jede Ansiedlung, die wir in die Region bekommen, ist hervorragend.

Frage: Falls Sie Landrat werden, wollen Sie das Amt dann mit eigener Handschrift prägen?

Süberkrüb: Ich bin überzeugt davon, dass das Prinzip „Privat vor Staat“ grundverkehrt ist. Im Kreishaus werde ich mit möglichst vielen Mitarbeitern reden, Fachkompetenz einholen, gut zuhören und dann die erforderlichen Entscheidungen treffen.

 

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