In Ergänzung des SPD-Antrages vom November 2007 zum Thema „Kinderarmut in Dorsten“ und vor dem Hintergrund der Aktivitäten zur Schaffung eines Bündnisses für Familien (Familienbüro) regt die SPD-Fraktion an, als Diskussionsgrundlage der gemeinsamen Sitzung von Jugend-, Schul- und Sozialausschuss (Informationsveranstaltung) auch folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Schaffung neuer Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe (u.a. durch die Zusammenlegung von Jugend- und Sozialhilfe, Schul- und Wohnungsangelegenheiten in eine einheitliche Organisationsform)
- Ausbau der Zusammenarbeit von Gesundheitsamt, Schulen, Kindergärten, Ärzten und Akteuren im Bereich der Jugendhilfe (evtl. auch Einbeziehung von Seniorexperten als ehrenamtliche Unterstützer)
- Umsetzung des neuen Schutzauftrages bei der Gefährdung des Kindeswohls mittels verbindlicher Vereinbarungen mit allen Trägern der Freien Jugendhilfe und der Schulen.
- Aufbau eines Frühwarnsystems zur Vermeidung von Kindesmisshandlung und –vernachlässigung (z.B. durch ein Babybegrüßungspaket zwecks Information und Anbieten notwendiger Hilfe).
- Kostenloser Zugang für bedürftige Kinder, u.a. in Bibliotheken und Schwimmbäder.
Insbesondere sollte bei der Prüfung der angegebenen Maßnahmen das sog. Dormagener Modell (Dormagener Qualitätskatalog der Jugendhilfe) zu Rate gezogen werden, zumal inzwischen auch das Land NRW beabsichtigt, seinerseits ein an diesem Modell ausgerichtetes Angebot für alle Kommunen vorzubereiten. Des Weiteren sollte auch in Dorsten ein Netzwerk der verschiedenen Anbieter und Dienste aus dem Bereich der Tagesstätten, des Allgemeinen Sozialen Dienstes, der Familienberatung und des Gesundheitswesens gebildet bzw. vorhandene Strukturen verstärkt werden, um die Bedarfslage gemeinsam analysieren, die Dimension der Kinderarmut in Dorsten genauer erfassen und später dann Angebote noch besser darauf abstimmen zu können.