In Holsterhausen soll eine Biogas-Anlage entstehen, auf dem Gelände der ehemaligen Kalksandsteinfabrik an der Borkener Straße. Hier sollen Grünabfälle und Tierexkremente in Biogas umgewandelt werden. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Recklinghausen, die Stadt Dorsten wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens bloß angehört. Vorgestellt wurden die Pläne erstmalig unmittelbar vor der Kommunalwahl im Umwelt- und Planungsausschuß – in nichtöffentlicher Sitzung. Als die Pläne nach der Kommunalwahl öffentlich wurden, regte sich sofort Protest von den umliegenden Bewohnern. Dienstag stand die Biogas-Anlage auf der Tagesordnung des Umwelt- und Planungsausschusses – dieses Mal in öffentlicher Sitzung. Weit über 50 Bürgerinnen und Bürger kamen zur Sitzung, um ihren Unmut auszudrücken. So weit eine ganz knappe Zusammenfassung der Fakten.
Kommunalpolitik
Das Thema darzustellen, ist nicht ganz einfach. Das liegt auch am gültigen Baurecht. Nach dem wäre diese Anlage in einem Gewerbe- oder Industriegebiet nicht zulässig – wegen der Geruchsbelästigung. Aber in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung schließt das Baurecht einen solchen Standort nicht aus… Das kann man als Rechts-Laie nicht verstehen. Im konkreten Holsterhausener Fall liegen zwischen dem geplanten Standort und dem Neubaugebiet „In der Ewigkeit“ nur rund 700 m. Deswegen hat sich in der Bevölkerung auch schon Protest geregt. Ihnen stinkt die geplante Anlage – gleich im doppelten Sinne des Wortes.
In der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses nutzte Susanna Simmerl, stellvertretende Bürgermeisterin von Dorsten, die Anwesenheit des Investors, um kritische Fragen zur geplanten Biogas-Anlage zu stellen. Mit vielen LKWs ist zu rechnen? Was geschieht mit den Bäumen auf dem Grundstück? Ist mit Geruchsbelästigung zu rechnen?
Eins der zentralen SPD-Themen im Kommunalwahlkampf war die Forderung nach echter Bürgerbeteiligung. Daß sich spontaner Protest formierte, liegt sicherlich auch an der fehlenden Transparenz am Anfang dieses Verfahrens. Die umliegenden Bewohner in Holsterhausen wollen zu Recht wissen, was auf sie zukommt. Die SPD regt jetzt eine schnelle Bürgerversammlung an, in welcher der Investor sein Projekt einem breiten Publikum vorstellt und alle Fragen beantwortet. Da sind nämlich noch eine ganze Menge Fragen offen. Zum Beispiel: Wie wird das dort produzierte Gas wegtransportiert?
Homepage SPD-Stadtverband Dorsten

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