Franz Müntefering, zukünftiger Neu-Dorstener und Vorsitzender des SPD Stadtverband Dorsten. Der Mann ist immer noch für eine Überraschung gut! Münte, ehemaliger Vize-Kanzler, ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender, aktueller (Un-)Ruheständler – ist bald Dorstener und designierter Vorsitzender des SPD Stadtverband Dorsten!
„Im Februar schellte es bei mir zu hause – vor der Tür stand der Franz. Er wolle sich als zukünftiger Nachbar mal vorstellen…“ berichtet Hans-Willi Niemeyer von jenem denkwürdigen Sonntag Vormittag. Ein paar Bier später waren sich die beiden Routiniers einig. Hans-Willi Niemeyer räumt nach der Landtagswahl seinen Chef-Sessel im Stadtverbandsbüro und Franz Müntefering tritt noch einmal an. Am 5. Juni soll ein vorgezogener Parteitag den Wechsel an der Vorstandsspitze besiegeln.
„Das ist aber keine Schnappsidee“ betont der künftige Neu-Dorstener Franz Müntefering. Auch nüchtern halten Franz und Willi das immer noch für eine ernste Sensation. „Ich habe immer gesagt, ich klebe nicht an meinem Chefsessel“ rückt Hans-Willi Niemeyer bereitwillig ins zweite Glied zurück.
Wie kommt es zum sensationellen Umzug nach Dorsten? Es ist die Liebe… Michelle, die frisch angetraute Ehefrau von Franz Müntefering, ist ein Kind des Ruhrgebietes. Nicht von ungefähr fand die Hochzeit auch in Essen auf Zollverein statt. Michelle Müntefering arbeitet seit Anfang des Jahres im Ruhrgebiet als Journalistin und Beraterin für Öffentlichkeitsarbeit. „Aber nicht für Eon & Co und auch nicht für Heuschrecken!“ tritt Franz Müntefering bereits kursierenden Gerüchten energisch entgegen und fährt fort: „Sie engagiert sich für wohltätige Organisationen, für erneuerbare Energien – und für den Tierschutz“. Auf einer ihrer Berufsfahrten fuhr sie auch durch Dorsten – und blieb mit einer Panne auf einer recht unbefahrenen Strecke im Rhader Norden liegen. Und dann schlug Murphy zu – der Handy-Akku war leer. Da blieb nur ein Fußmarsch zum nächsten Telefon – ein langer Fußmarsch. Viel Zeit, um nachzudenken. Ein vorbeifahrender Treckerfahrer erlöste Michelle Müntefering schließlich, fuhr sie zu ihrem defekten Wagen zurück und schleppte sie ab. Also ihr Fahrzeug. Die spontane Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit überzeugte Michelle dann sehr rasch von Dorsten und besonders von den Menschen in Dorsten. Und so schnell kann Franz seiner Michelle nichts abschlagen…
„Das schönste Amt auf Erden übernehme ich nicht (Anm.: Papst), ich trenne mich doch nicht von meiner Michelle. Das zweitschönste Amt habe ich bereits bekleidet – nun reizt es mich außerordentlich, in einer zur Zeit politisch schwarzgefärbten Stadt die SPD zur stärksten Partei zu machen!“ will Franz Müntefering es noch einmal wissen. Die ersten Planungen sehen vor, den Ex-Vize-Kanzler stärker in die Ratsarbeit einzubinden. Dazu SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann: „Wir werden unsere Ausschüsse noch einmal umstellen, der Franz soll auf jeden Fall als sachkundiger Bürger in den Wirtschafts- und Sozialausschuß. Und dann kann sich die schwarzgelbe Mehrheit mal warm anziehen!“.
Parallel dazu wird die SPD Dorsten eine außerparlamentarische Offensive starten. „Wir haben im Wahlkampf mehr Bürgerbeteiligung gefordert. Mit dem Franz zusammen werden wir nach den Sommerferien zu einer Reihe von öffentlichen Foren einladen.“ erläutert Hans-Willi Niemeyer die Grundzüge des Konzeptes.
Und was weiß Münte schon über seine zukünftige Neu-Heimat? „Der SV Hardt ist der klassenhöchste Fußballverein in Dorsten“ – der bekennende Fußball-Fan weiß also schon, wo er zukünftig seine Sonntag Nachmittage verbringen wird!