Fracking: Umweltausschuß sagt „Nein“

Umwelt


Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß.

Das Thema „Fracking“, die umstrittene, weil hochriskante Technik zur Förderung unkonventioneller Gasvorkommen, ist endgültig in Dorsten angekommen. Der Umwelt- und Planungsausschuß (UPA) diskutierte in seiner jüngsten Sitzung die Stellungnahme der Stadt Dorsten an die Bezirksregierung. Die Dart Energy (Europe) Limited hat dort einen Erlaubnis-Antrag für zwei Felder gestellt. Teile der Felder „Freiheit 1“ und „Freiheit 2“ verlaufen auch auf Dorstener Stadtgebiet.

„Die 4-seitige Verwaltungsvorlage zählt im ersten Teil die vielfältigen Risiken und die Schutzgüter auf, im zweiten Teil werden hohe Anforderungen aufgezählt, um Natur und Landschaft, Böden, Trinkwasser und alle übrigen Güter zu schützen. Anforderungen, die nach dem heutigen Stand der Technik nicht zu erfüllen sind. Wird diese Stellungnahme von der Bezirksregierung ernst genommen, dürfte keine Erlaubnis zur Aufsuchung erteilt werden“ faßte SPD-Sprecher Dirk Schult die ohnehin schon kritische Verwaltungsvorlage zusammen. Schult weiter: „Die ganze Vorlage liest sich fast schon wie eine Ablehnung – warum sagen wir das dann nicht noch deutlicher und verstärken die Stellungnahme?“ Die SPD schlug vor, der Stellungnahme der Verwaltung noch eine Präambel vorzusetzen: Die Stadt Dorsten lehnt die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen mit der Fracking-Methode ab. Für das Verfahren bei der Bezirksregierung wird die nachfolgende Stellungnahme (= der Verwaltungsvorschlag) beigefügt. Einstimmig nahm der Umwelt- und Planungsausschuß den Antrag an.

Bevor die Dart Energy (Europe) Limited in den Feldern „Freiheit 1“ und „Freiheit 2“ mit der Förderung beginnen kann, muß sie erst ein 3-stufiges Genehmigungsverfahren durchlaufen. In der momentanen Phase geht es um die erste Stufe, die Erlaubnis zur Aufsuchung. Wird diese erteilt, dann hat der Antragsteller sich „sein“ Feld gesichert und kann bei verschiedenen Behörden geologische Daten einsehen und sammeln, um auf die Wahrscheinlichkeit von Gasvorkommen tief unter der Erde zu schließen. Mit einer erhaltenen Erlaubnis darf der Antragsteller jedoch vor Ort keine Maßnahmen durchführen, nicht einmal den kleinsten Schurf, wie die Bezirksregierung der Stadt Dorsten ausdrücklich versicherte. Erst mit den Genehmigungen der zweiten und dritten Stufe (Exploration/ Gewinnung) könnten die Bagger rollen bzw. die Bohrer kommen.

Gleichwohl gilt es schon in der ersten Stufe „Nein“ zu sagen. Zur Förderung unkonventioneller Gasvorkommen gibt es bislang nur das Fracking-Verfahren – und diese Technik ist hochriskant, ihre Umweltfolgen sind nicht abzuschätzen. Beim Fracking wird mit hohem Druck ein Chemikalien-Cocktail tief in die Erde gepresst; dieser soll die Gesteinsschichten aufsprengen, um das im Gestein gebundene Gas an die Oberfläche befördern zu können. So weit die Technik, die Folgen sind unkalkulierbar: Wie viel Prozent des Chemikalien-Cocktails verbleiben in der Erde? Wo laufen die Reste hin? Finden sie den Weg in unser Trinkwasser? Was geschieht mit dem ausströmenden Methan? In Amerika, wo das Fracking bereits Alltag ist, gibt es zahlreiche Beispiele, daß brennendes Wasser (Leitungswasser mit Methan vermischt) aus den Wasserhähnen strömt. Und es gibt viele weitere bekannte Risiken – und womöglich noch viel mehr derzeit unbekannte.

Unter der organisatorischen Leitung der SPD beschäftigt sich ein für jedermann offener Arbeitskreis mit der Fracking-Gefahr. Erste Veranstaltungen dazu hat es bereits im letzten Jahr gegeben, weitere sollen und müssen folgen, solange bis das Thema Fracking endgültig vom Tisch ist. Das nächste Treffen des Arbeitskreises findet am 21. Mai um 19 Uhr in der Rhader Gaststätte „Pierick“ statt.

 

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