Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß. Die Stadt Dorsten hat keine geeigneten Flächen für Einrichtungen des Maßregelvollzugs – so lautete das Prüfergebnis der Verwaltung. In NRW fehlen Plätze im Maßregelvollzug, das Land plant daher fünf neue forensische Kliniken zu errichten. Die Städte in den 5 Landgerichtsbezirken mit fehlenden Plätzen wurden vom Landes-Gesundheitsministerium aufgefordert, mögliche Flächen zu melden. Die dabei zugrunde gelegten Prüfkriterien waren eine Größe von ca. 5 ha, Eignung und Verfügbarkeit. Der Umwelt- und Planungsausschuß stellte sich einstimmig hinter das Verwaltungsprüfergebnis.
Und jetzt? Nun wird das Land die in Frage kommenden Städte unter die Lupe nehmen. Findet es einen möglichen Standort, dann werden die entsprechenden Städte aufgefordert, ein entsprechendes Bauleitverfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes einzuleiten. Scheitert dieses Verfahrens am fehlenden Willen der Kommunalpolitiker, zieht die Bezirksregierung das Verfahren an sich und schafft Planungsrecht.
Dorsten war bereits in den 1990er Jahren als Standort für eine neue forensische Klinik im Gespräch. Gegen den heftigen Widerstand einer spontan gegründeten Bürgerinitiative wollte das Land damals diese Klinik nicht in Dorsten bauen. Wo psychisch kranke Straftäter therapiert werden sollten, entstand die Siedlung „Kreskenhof“ in Holsterhausen.