Es reicht, Herr Laschet!

Schule und Bildung

„Die chaotische und nichtdurchdachte Bildungspolitik der NRW Landesregierung in der aktuellen Coroana-Krise ist eine Zumutung für alle Beteiligten!“ so Jennifer Schug, Bürgermeisterkandidatin der Dorstener SPD. „Herr Laschets Versuche, sich partei- und machtpolitisch zu profilieren, gehen zu Lasten unserer Kinder, unserer Lehrer*innen und uns Eltern. Das ist völlig inakzeptabel und muss augenblicklich aufhören!"
 

Seit der Entscheidung, die Schulen in NRW ab dem 16.03.2020 zu schließen, fehlt der Landesregierung schulpolitisch jegliche nachvollziehbare Linie! Unsere Schulen sind diesem „Hin und Her“ völlig ausgeliefert. Die GEW, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, sprich von einer „Katastrophe in Zeitlupe“. Es fehlen konkrete Rahmenvorgaben, Hygiene- und Abstandsvorschriften und die konkrete Unterstützung vor Ort. Wer genau muss jetzt wann zur Schule kommen, wie oft und für wie lange? Wie viele Kinder dürfen pro qm in einem Klassenraum beschult werden? Und woher nehmen die Schulen die erforderliche Anzahl an Masken, Desinfektionsmittel, etc.? Nur einige der ungeklärten Fragen, zu denen Schulen und Kommunen sich die Antworten selbst suchen müssen.

 

Zuletzt hieß es von Seiten des NRW Schulministeriums, die vierten Klassen würden ab dem kommenden Montag, 04.05.2020, wieder zur Schule gehen. Dann wurde es Donnerstag, der 07.05.2020. Jetzt wird laut Herrn Laschet doch erst am 06.05.2020 konkret entschieden, wie es weitergeht. Die Schulleitungen hätten eben das „Kleingedruckte“ lesen müssen, sagt er.  Was heißt das jetzt für uns alle? Erfahren die Schulen dann abends, ob und wie und in welcher Besetzung sie am kommenden Tag öffnen sollen? Und die Eltern, wann welches Kind am nächsten Tag an welcher Schule unterrichtet wird?

 

Die Schulleitungen in Dorsten rotieren zur Zeit und bemühen sich, nach bestem Wissen und Gewissen diese unlösbaren Aufgaben, oft ohne nennenswerte Vorlaufzeit, zu erfüllen: von eigenen Email-Adressen für alle Schüler, über digitale Schulplattformen, Video-Konferenzen, telefonische Elternsprechtage und wöchentlichen Aufgaben-Paketen mit persönlichen Briefen der Lehrer*innen zum Abholen. Gleichzeitig organisieren sie Listen, in denen sich das Kollegium und Eltern für das Nähen von Masken oder Stoffspenden eintragen können. „Ich habe Kontakt zu verschiedenen Schulen in Dorsten“, so Jennifer Schug, „und bin wirklich beeindruckt davon, wie schnell, kreativ und professionell sich diese Schulen auf die aktuelle Situation eingestellt haben. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken!“

 

Den Vorschlag, die Sommerferien zu verkürzen, wie er vor kurzem aus Reihen der CDU geäußert wurde, kann vor diesem Hintergrund nur als „Schlag ins Gesicht“ aller Betroffener gewertet werden. Die vergangenen Wochen und aller Voraussicht nach auch die Zeit bis zu den Sommerferien sind alles andere als „Corona-Ferien“. Im Gegenteil! Die aktuellen Herausforderungen sind neben einer großen Mehrbelastung für Schulleitungen und Lehrer, leider auch eine psychische Belastung für uns alle, gerade aber für unsere Kinder und Jugendlichen.

 

Das gilt selbstverständlich auch bzw. vielleicht gerade für die derzeitigen Prüfungsjahrgänge. Für die Vorsitzende der Dorstener SPD ist klar: „Ich unterstütze die Forderung des Abi-Jahrgangs am Petrinum voll und ganz!“. In unserer jetzigen Situation, in Anbetracht des Schul-Chaos der vergangenen Wochen, der Tatsache, dass dieses Halbjahr quasi nicht stattgefunden hat und der immensen, so noch nie dagewesenen, vielfältigen psychischen Belastung, kann die Abiturprüfung unmöglich „auf Teufel komm raus“ durchgezogen werden. Das ist eine Frage der Fairness und der Gerechtigkeit! Das Abitur – und auch das muss einbezogen werden – ist tatsächlich eine Prüfung, von der der gesamte weitere Lebensweg der Schülerinnen und Schüler abhängen kann.

 

Die Dorstener SPD hat in einem Schreiben an die NRW Landesregierung die Forderung der Prüflinge am Petrinum unterstützt und Herrn Laschet gleichzeitig um eine Schulplanung für die kommende Zeit gebeten, die den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort Rechnung trägt, die Betroffenen, insbesondere Schulleitungen und Kommunen, einbezieht und einen ausreichenden Zeitraum einkalkuliert, um die jeweiligen Vorgaben sinnvoll umzusetzen.

 

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