Die Post – ein ruhmreiches und traditionsreiches Unternehmen. Lange, bevor Europa bis auf wenige Flugstunden zusammenschrumpfte, sorgte die Post für Volkerverständigung. Wort für Wort, Brief für Brief und später Telegram für Telegram. Als die Städte wuchsen, prägten stattliche, imposante Postgebäude einen Platz oder einen ganzen Straßenzug. Das alles ist ab sofort nur noch Geschichte in Dorsten. Die Post schließt ihre Filiale im Lippetorcenter, ab sofort ist sie nur noch Untermieter eines Lotto- und Tabakladens in der Essener Straße. In den 70er Jahren sang noch ein Bundespräsident hoch vom gelben Wagen, heute pfeift es bloß noch aus der Raucherlunge…
Das Dienstleistungsangebot sinkt. Kunden der Postbank müssen ab sofort nach Marl, die neue Post ist nur noch für Dienstleistungen rund um den Brief zuständig.
Was besonders ärgerlich ist: Die Post ist (noch) ein staatliches Unternehmen. Aber wurden die Bürgerinnen und Bürger vorher gefragt, was sie von diesem Konzept „Kinderpost“ halten? Wenn die Post ihre Immobilien verkauft, wenn die Post mit ihrem neuen Konzept Betriebskosten senkt, wenn die Post nur noch Untermieter ist, dann mag das gut für die Bilanz sein. Aber ist es das auch für die Kunden? Der Kunde mag vielleicht nicht überall König sein. Aber im Falle der Post ist er sogar der eigentliche Eigentümer!

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