Ein Investor – zwei Konzepte

Stadtentwicklung


Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß.

Investor Herbert Krämer will das alte Einkaufszentrum am Lippetor abreißen und an seiner Stelle die Mercaden errichten. Nach dem Erwerb des Grundstücks hat Krämer bereits eine Bauvoranfrage gestellt. Danach soll ein Einkaufszentrum mit 11.500 qm Verkaufsfläche entstehen, auf dem Dach sind zwei Stellplatz-Etagen geplant. Krämer verspricht eine hochwertige Außenfassade. Bis auf die eine oder andere Abweichung von des Festsetzungen des gültigen Bebauungsplanes könnten die Mercaden auf Grundlage des „alten“ Bebauungsplanes genehmigt werden. Baubeginn könnte dann 2013 und Eröffnung 2015 sein.

Jetzt bringt Herbert Krämer ein neues Konzept ins Spiel:

Nach dem Erwerb der westlichen Grundstücke (Winter, ehem. Kinderheim) plant der Investor ein Einkaufszentrum mit 12.500 qm Verkaufsfläche, die Stellplätze wandern vom Dach in zwei unterirdische Geschosse. Knackpunkt dieser Lösung: Die Mercaden würden rund 185 m lang – ein echter Riegel am Nordrand der Dorstener Innenstadt. Auch hier plant Krämer eine hochwertige Außenfassade. Für diese Lösung müßte allerdings ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden – das vorhandene Baurecht reicht für diese Planung nicht aus.

Welche Lösung Investor Herbert Krämer am Ende umsetzen wird, steht heute noch nicht fest, Krämer plant zweigleisig. Der Umwelt- und Planungsausschuß (UPA) unterstützte Krämer ausdrücklich und beschloß bei einer Stimme Enthaltung die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes.

Dirk Schult, SPD-Sprecher im UPA, begründet die Unterstützung der SPD: „Das Karuz-Gutachten sagt aus, daß Kaufkraft in Millionenhöhe aus Dorsten abfließt. Gleichzeitig fordert das marode alte Einkaufszentrum eine Lösung. Beide Krämer-Konzepte sind gemäß Gutachten für Dorsten nicht zu groß. Daß die größere Lösung nach derzeitigem Planungsstand zu einem 185 m langen Gebäude führt, ist nicht glücklich. Wir hoffen aber, daß im Zuge der weiteren Planungen noch Luft ist, das Gebäude kürzer gestalten zu können.“

Dabei sorgt nicht nur die mögliche Größe des Gebäudes für Bauchschmerzen – es gibt weitere Detail-Probleme, die gelöst werden müssen. Zum Beispiel die Fuß- und Radwege um das Einkaufszentrum herum. Hier geht es beispielsweise um die Breite, besonders entlang der B 224. Und wie gelingt der Übergang von der Innenstadt ins Einkaufszentrum? Klar ist, daß die heutige unterirdische Verbindung verfüllt wird. Aber wie der Kfz-Verkehr und die Fußgängerströme miteinander kombiniert werden können, ist heute noch offen. Ähnlich wie der Anschluß an die Hochstadenbrücke.

 

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