Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß. Dorsten hat viele Baustellen. Die beiden größten derzeit: Die Soziale Stadt Hervest und der Umbau des Lippetors im Zuge des Baus der Lippe-Galerie. Für beide Projekte wollte Dorsten Fördermittel aus dem Stadterneuerungsprogramm beantragen. Jetzt kam bittere Post von der Bezirksregierung: Beide Maßnahmen zusammen können nicht gefördert werden. Hintergrund: Der Topf ist kleiner geworden, standen „früher“ noch rund 40 Mio. Förder-Euro zur Verfügung, sind es nun nur noch 25 Mio. Euro. Die Bezirksregierung forderte eine Prioritäten-Setzung: Entweder den Förderantrag 2012 für die Soziale Stadt in Höhe von 1 Mio. Euro aufrecht erhalten – oder diesen Antrag ruhend stellen und die Fördermittel für die Umgestaltung der Lippegalerie einsetzen. Mit großer Mehrheit entschied sich der Umwelt- und Planungsausschuß dafür, die Mittel für das Lippetor einzusetzen. Ist damit das wichtige Projekt „Soziale Stadt Hervest" beerdigt?
Nein – denn gemäß Beschluß soll die Förderung für 2012 nur ausgesetzt werden. Eine erneute Fördermittelbeantragung für 2013 behält sich der Ausschuß ausdrücklich vor.
Geht dem Projekt Soziale Stadt Hervest auf der Zielgeraden die Luft aus? Nein. Denn bis heute hat dieses Projekt Fördermittelbescheide in Höhe von 18 Mio. Euro erhalten (7 Mio. Euro aus dem Topf Soziale Stadt, 11 Mio. Euro aus dem RWP-Topf). Dazu kommen noch private Investitionen, wie z. B. von der Tedo GmbH. Verdammt viel Geld, das nach Hervest fließt. Und das Geld ist nicht weg, noch nicht verbaut – sondern es wird nun in den nächsten Jahr Schritt für Schritt verbaut. Nach und nach werden die größten Problemzonen dieses Stadtteils beseitigt.
Und noch einmal „Nein“ – es war keine leichte Entscheidung für die SPD, der Umgestaltung des Lippetors die höhere Priorität einzuräumen. Dazu Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß: „Die Hervester fühlen sich schon seit langer Zeit vernachlässigt. Und daß nun 18 Mio. Euro nach Hervest fließen, um diesen Stadtteil wieder auf die Beine zu helfen, zeigt, daß das nicht nur ein subjektives Gefühl der Bewohner ist. Aber auch andere Stadtteile haben Hilfe-Bedarf. Da gilt es abzuwägen. 18 Mio. Euro fließen nach Hervest-Dorsten und werden diesen Stadtteil umkrempeln. Die für 2012 geplante Million, also ob in Summe 18 oder 19 Mio. Euro, ist für den Erfolg oder Misserfolg des gesamten Projektes nicht entscheidend. Aber mit diesen Fördermitteln kann eine weitere Dorstener Baustelle angegangen werden.“
Was soll am Lippetor geschehen? Das alte Einkaufszentrum wird abgerissen, an seiner Stelle soll ein neues Zentrum entstehen, die Lippegalerie. Das finanziert der private Investor. Gleichzeitig müssen die Straße umgestaltet, die Unterführungen verfüllt, der Radweg vom Kanal zum Westwall verlegt werden. Die Stadt steht zwar in Verhandlungen mit dem Investor und den angrenzenden Nachbarn, Ziel ist, diese an den Umbaukosten des öffentlichen Raumes zu beteiligen. Selbst wenn das gelingt, muß die Stadt Dorsten noch eigenes Geld dazulegen. Dazu sollen die nun aus Hervest-Dorsten losgeeisten Fördermittel verwendet werden.