Cordula Syed, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die Wilhelm-Lehmbruck-Schule bleibt eigenständig – für die nächsten beiden Jahre. Im Rat konnte sich die SPD mit ihrer Forderung, die Östricher Grundschule unbefristet eigenständig weiterzuführen, nicht durchsetzen. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann begründete die SPD-Position wie folgt: „In zwei Jahren geht die heutige Schulleiterin in Pension – mit der Entscheidung, die Wilhelm-Lehmbruck-Schule unbefristet selbständig weiterzuführen, hätten wir ein klares Signal ausgesandt: Wir stehen zu diesem Schulstandort, wir stehen zu dem beispielhaften pädagogischen Konzept – und hätten damit vielleicht auch die Suche nach einer neuen Schulleitung deutlich unterstützt.“ Zum Hintergrund:
Dorstens Schülerzahlen sinken. Um die heute vorhandenen Grundschulstandorte erhalten zu können, beschloß der Rat im Jahr 2010 die Verbundlösung. 2 oder 3 Grundschulen sollten zu einer Verwaltungseinheit verbunden werden. Der Vorteil dieser Lösung: Für die Schülerinnen und Schüler ändert sich dadurch nichts – sie lernen weiter im vertrauten Schulgebäude Lesen, Schreiben und Rechnen. Organisatorisch ändert sich aber eine Menge: Die Lehrer einer Verbundschule können an allen Teilstandorten eingesetzt werden, so ließe sich zum Beispiel leichter Vertretungsunterricht sicher stellen. Und es wird nicht mehr pro Schule eine Direktorin oder ein Direktor benötigt, sondern nur noch pro Grundschulverbund. Schon heute ist es schwer bis in Einzelfällen unmöglich, die Schulleitungsstellen zu besetzen.
Nach dem 2010er Ratsbeschluß sollten die Johannes-Schule, die Pestalozzi-Schule und die Wilhelm-Lehmbruck-Schule einen Verbund bilden. Zwischenzeitlich wurde jedoch die Johannes-Schule geschlossen, zu viele Eltern hatten ihre Kinder abgemeldet. Der einmal beschlossene Verbund war also hinfällig, formal musste über den Verbund Wilhelm-Lehmbruck- und Pestalozzi-Schule neu beraten werden.
In diesem Prozeß warben Eltern und Lehrer für den eigenständigen Weiterbetrieb der Wilhelm-Lehmbruck-Schule. Die Östricher Grundschule profitiert dabei von einer Änderung im Schulgesetz, nach der auch kleine, einzügige Schulen erhalten bleiben können. Und jeweils eine Klasse pro Jahrgang bilden zu können ist für die Östricher Grundschule kein Problem. Sie hat einen guten Ruf, lockt Kinder sogar aus den Nachbargemeinden an. Das liegt zum einen am bilingualen Unterricht (deutsch und englisch) und zum anderen am Konzept für die Ganztagsbetreuung.
Zwei Jahre bleibt nun alles beim Alten, dann muß jedoch neu überlegt werden. Entscheidend kann auch werden, ob für die im Jahr 2014 scheidende Schulleiterin eine Nachfolge gefunden werden kann. Um diesen Posten reißt sich kein Lehrer mehr, viele Grundschulen haben nur noch kommissarische Schulleitungen. Gut möglich, dass die Wilhelm-Lehmbruck-Schule aufgrund ihres guten Rufes eine Ausnahme von dieser Regel ist – und nahtlos eine neue Schulleitung findet. Abschließend Friedhelm Fragemann dazu: „Mit einer unbefristeten Selbständigkeit hätten wir die Schule für Interessenten an der Schulleitungen noch attraktiver gemacht. Und wir hätten der Schulbehörde eindeutig signalisiert, dass diese eine Nachfolgeregelung finden MUSS“.