Dorsten diskutiert über die Schule der Zukunft. Bürgermeisterkandidat Dr. Hans-Udo Schneider hat seine Zielvorstellungen zur Schulpolitik in einem Streitgespräch bei der WAZ Dorsten vorgestellt. Eines ist klar: Die Schulpolitik wird eines der beherrschenden Wahlkampfthemen im Kommunalwahlkampf werden.
Viele Experten sind sich einig: Das 3-gliedrige Schulsystem in Deutschland ist nicht mehr zeitgemäß. Und es vertieft die sozialen Unterschiede. Nicht die Intelligenz eines Kindes entscheidet, welche weiterführende Schule es ab der Klasse 4 besucht, sondern seine soziale Herkunft. Auf eine einfache Formel gebracht bedeutet das: Reich besucht die Realschule oder das Gymnasium, Arm und mit Migrationshintergrund geht zur Hauptschule.
Doch die Hauptschule bietet bei allem Engagement der dort unterrichtenden Lehrer keine Perspektive mehr. Die Wirtschaft hat die Entscheidung schon längst getroffen – von den über 300 Ausbildungsberufen in NRW stehen Hauptschülern nur noch rund 30 Berufe offen! So bleiben 70 % aller Hauptschulabgänger nach der Schule ohne Ausbildungsplatz…
Und was ist mit den „anerkannten“ Realschulen und Gymnasien? In den bisherigen Pisa-Studien belegten deutsche Schülerinnen und Schüler nur Plätze im Mittelfeld. Nicht gerade eine Werbung für unser Schulsystem…
Sicher lassen sich die Schulsysteme erfolgreicher Nationen nicht so einfach auf Deutschland übertragen. Aber heißt die Alternative tatsächlich nur: Ein bisschen hier und dort ändern – und dann wird das schon?
Dr. Hans-Udo Schneider, SPD und Grüne sind sich einig: Sie wollen Änderungen auch für die Schullandschaft in Dorsten. Mit einer ganz wichtigen Einschränkung: Nur mit den betreffenden Eltern – nicht gegen ihren Willen! Wie es mit der Schulpolitik in Dorsten weiter geht – darauf müssen nun die Eltern eine Antwort geben. Erste Antworten gaben Eltern der diesjährigen Vierklässler, die ihre Kinder an den Gesamtschulen in Schermbeck und Barkenberg anmeldeten. Allerdings wurden mehr als 100 Kinder abgelehnt…
Nicht nur Dorsten diskutiert über die Schule von morgen – Hamburg erlebt derzeit eine heftige Diskussion. Schauspieler Sky du Mont ist gegen die geplante Schulreform des von CDU und Grünen regierten Senates. „Ich spreche der Politik das Recht ab, über mein Kind zu entscheiden“ – ein Argument, das auch in Dorsten von Gesamtschulgegnern gebraucht wird. Das Magazin ZEIT gibt in seiner Ausgabe 18/ 2009 die einzige mögliche Antwort: „Was er nicht wahrhaben will: Andere Kinder mit schwächeren Eltern sind ohne die Politik verloren.“. Den vollständigen Artikel finden Sie unter http://www.zeit.de/2009/18/Lsp-Schulreform.