Schneider vor Ort: Bergbau hinterließ Spuren in Altendorf

Veranstaltungen

Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Schneider vor Ort“ besuchte Dr. Hans-Udo Schneider heute den Stadtteil Altendorf Ulfkotte. Das Fazit: Der Bergbau hat im Dorstener Süden Spuren hinterlassen – an der Natur, den Gebäuden und in den Menschen.

Zum Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Hans-Udo Schneider die Eckpunkte seines Wahlprogramms vor:

Bürgerbeteiligung: Bürgerinnen und Bürger sollen bereits frühzeitig in aktuelle Planungen einbezogen werden. Sie wissen am besten, wo bei Ihnen vor Ort der Schuh drückt. „Den Menschen in der Stadt am Ende eines Planungsprozesses nur noch die Ergebnisse zu produzieren, das ist doch keine Beteiligung“ kritisierte Schneider die bisherige Dorstener Interpretation von „Bürgerbeteiligung“.

Finanzielle Handlungsspielräume zurück gewinnen: Dorsten ist Haushaltssicherungsgemeinde. Sie darf nur noch Geld für ihre Pflichtaufgaben ausgeben, sog. freiwillige Leistungen sind ihr untersagt. „Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich sofort prüfen lassen, ob sich Stadtwerke auch für Dorsten rechnen“ hat Schneider ein klares Konzept, wie sich die klamme Stadt einen ersten kleinen Spielraum erarbeiten kann. Die Beispiele aus den Nachbarstädten machen Mut. Herten zum Beispiel hat Stadtwerke – und anstatt die Gewinne wie bei den großen Energieversorgern an die Aktionäre auszuschütten, bleiben die Überschüsse in der Stadt. Damit können Energiesparmaßnahmen oder beispielsweise die Ausstattung aller Schulen mit PCs finanziert werden. „Für die Anfangsphase haben die Stadtwerke Herten ihre Unterstützung zugesagt“ hat Schneider schon Gespräche mit einem potentiellen Partner geführt.

Stadtplanung und Stadtentwicklung: Auch hier gilt: die Menschen in dem betreffenden Stadtteil so früh wie möglich zu beteiligen. Beispiel Zechengelände – „Ich begrüße es, daß sich endlich etwas bewegt. Nach 9 Jahren. Aber „darf“ sich jetzt niemand mehr kritisch zu den vorgelegten Plänen äußern?“ fragte Schneider und vermisste auch hier die qualifizierte Beteiligung der Menschen vor Ort.

Wohnen im Alter: „Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der gesagt hat: ich möchte im Heim sterben“ fasste Schneider seine vielen Begegnungen mit älteren Menschen zusammen. Seniorinnen und Senioren sollen so lange wie möglich in ihren eigenen 4 Wänden, in ihrer vertrauten Umgebung leben können.

Schulpolitik: Dorsten braucht Veränderungen in der Schullandschaft. „Wenn Eltern ihre Kinder auf´s Gymnasium schicken wollen, die dort in 8 Jahren das „Turboabitur“ machen sollen – dann ist das in Ordnung. Aber wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr auf eine Hauptschule schicken wollen, dann muß auch das möglich sein“ fasste Schneider seine Vorstellungen in aller Kürze zusammen und fuhr fort „Die Hauptschule ist eine Resteschule – für Kinder armer Eltern, für Flüchtlingskinder und Kinder mit Migrationshintergrund“. Die Lehrerinnen und Lehrer leisteten hier zwar hervorragende Arbeit, aber dennoch finden 70 % der Hauptschulabsolventen keine Lehrstelle. Was ist eine mögliche Lösung? „Ich bin offen für eine zweite Gesamtschule“ – so Schneider.

Dann ging es zu den Altendorfer Themen. Dominierend: Die Folgen des im letzten Jahr zu Ende gegangenen Bergbaus unter Altendorf Ulfkotte. Vertreter der Bürgerinitiative Bisbu (BürgerInitiative zum Schutz vor Bergbau- und Umweltschäden in Altendorf Ulfkotte e.V. beklagten sich über Schäden und den Umgang der DSK mit ihnen – und fühlen sich auch von der Dorstener Verwaltung und der Politik im Stich gelassen. Zum Beispiel bei den Kosten für die Erneuerung des zerstörten Kanalisationsnetzes. „Ich meine Bürgerbeteiligung ernst. Und akzeptiere auch Standpunkte, zu denen ich eine andere Meinung habe. Lassen Sie uns aber nicht in die Vergangenheit schauen, sondern blicken wir gemeinsam in die Zukunft“ machte Schneider ein Gesprächsangebot in Richtung Bisbu.

Was gibt es in Altendorf Ulfkotte zu tun? Die „Mängelliste“ ist lang. Genannt wurden umfangreiche „Versumpfungsflächen“ und die Angst, daß auf der Hürfeldhalde auch Sondermüll abgekippt werden könnte. Ein großes Ärgernis auch: das Fehlen von schnellen Internetleitungen (DSL) oder die Funklöcher beim Telefonieren mit dem Handy. Und was den Menschen im Dorstener Süden ganz wichtig ist: der Erhalt des Erdbaches als fließendes Gewässer. Durch die Bergsenkungen hat dieser Grenzbach zwischen Altendorf und Ulfkotte seine Strömung verloren, er muß gepumpt werden. Es gibt seitens des Lippeverbandes Planungen, den Erdbach zu verlegen.

Die Veranstaltungsreihe „Schneider vor Ort“ wird fortgesetzt. Nächste Station: Rhade am 26. Mai 2009.

 

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