Schicht am Schacht – Freitag endete endgültig die Dorstener Bergbautradition. Das Bergwerk Lippe stellte die Förderung ein und wurde geschlossen. Baldur, Wulfen, Fürst Leopold – Zechen in Dorsten, die das schwarze Gold über Tage förderten, die Dorsten groß machten. Dann kam das große Zechensterben, erst fusionierten die Dorstener Zechen zu einem Pütt, im Jahr 1998 folgte der Zusammenschluß mit der Zeche Westerholt zum Bergwerk Lippe. Zwar wird seit 2001 in Dorsten keine Kohle mehr über Tage gefördert, die Dorstener Bergbautradition lebte aber im Bergwerk Lippe fort. Bis Freitag –
eine letzte Betriebsversammlung, eine kleine (Henkers)mahlzeit – das war´s…
In Dorsten leben noch Kumpel – diese werden zum größten Teil auf die noch verbleibenden 5 Zechen in NRW verteilt. Aber auch von diesen werden bis 2012 noch 3 Zechen geschlossen. Nach 2012 bleiben dann nur noch die Zechen Auguste Victoria (Marl) und Prosper Haniel (Bottrop) übrig – bis 2018. Dann sollen auch diese letzten beiden Zechen geschlossen werden. Falls 2012 nicht noch eine Wende passiert: dann wird noch ein letztes Mal über die Zukunft des deutschen Steinkohlebergbaus verhandelt…
Deutschland braucht eine eigene Energieversorgung. Öl wird knapp – und immer teurer. Wie auch die Importkohle und der Importkoks. Der deutsche Steinkohlenbergbau sichert tausende Arbeitsplätze – auf den Bergwerken und in der Zulieferindustrie. Und der Bergbau schafft Ausbildungsplätze, für die es keinen Ersatz gibt. Argumente für den Erhalt des deutschen Steinkohlebergbaus – oft vorgetragen und genauso oft ignoriert. Hoffentlich überzeugen diese Argumente 2012.
Was das Ruhrgebiet JETZT braucht: Perspektiven und Geld! Die Zechenflächen müssen entwickelt, neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Geld wäre da – in diesem Jahr mussten aufgrund der weltweit gestiegenen Rohstoffpreise weniger Subventionen an den Steinkohlebergbau ausbezahlt werden. Dieses Geld muß schnell an die von der Schließung des Bergwerk Lippe betroffenen Städte weitergeleitet werden!