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Dirk Schult, SPD-Ratsherr aus Holsterhausen. Atomkraftgegner demonstrierten gestern lautstark vor und auf der Hauptversammlung der RWE-Aktionäre. Nach den Aussagen von RWE-Chef Großmann setzt der Atom-Konzern weiter auf Atomstrom. Den besonderen Zorn zog sich RWE mit seiner Klage gegen das Moratorium zu. RWE will weiter so große Kasse machen, als wäre in Fukushima nichts passiert.
Wirtschaftswaise springen RWE sekundierend zur Seite. Diese selbsternannten Experten, die erst die große Wirtschaftskrise nicht kommen sahen, dann die Krise nicht in den Griff bekamen und am Ende vom ach so bösen Staat, der sich sonst in alles einmischt, gerettet werden mussten, geben RWE Recht. RWE müsse klagen, um die Interessen der Aktionäre zu schützen, um sein Eigentum zu schützen – im besten neoliberalen Dummsprech plärrten es die Wirtschaftswaisen auch ungefragt in die weite Welt hinaus.
Da lohnt es sich, einmal wenigstens kurz nachzudenken. Es gibt zwei Arten von Aktionären – die einen wollen schnell Kasse machen, zocken heute Dividenden ab, verkaufen morgen ihre Aktien und investieren ihr Geld übermorgen woanders. Die anderen Anleger setzen auf ein langfristiges Engagement. Und diese Aktionärsgruppe stellt sich ganz andere Fragen, als die Wirtschaftswaisen in ihrer gefühlten Omnikompetenz Antworten geben. Denn diese Aktionärsgruppe fragt sich, woraus RWE denn in 10 Jahren Strom machen möchte. Die Zeit von Kohle und Atom läuft nämlich ab. Und dann? Was sind dann ihre Aktien wert?
RWE-Chef Großmann setzt dagegen weiter auf Kohle und Atom – Technik von gestern. Dabei müssen heute Konzepte erstellt werden, um morgen mit der Technik der Zukunft Strom zu produzieren. Großmann fällt statt einer Strategie nur eine Klage ein. Mit dieser Unternehmensstrategie wird es RWE in 10 Jahren nicht mehr geben! Schon heute laufen dem Atomkonzern scharenweise die Kunden weg – weil auch sie eine Zukunftsvision vermissen. Sich stattdessen einfach nur abgezockt fühlen. Es wäre an der Zeit, nicht auf die Wirtschaftswaisen zu hören, sondern wirkliche Wirtschaftsweise zu suchen.
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Veröffentlicht am 21.04.2011