Michael Baune, Vorsitzender der SPD Dorsten. „Wir sind bereit, nach Einsparmöglichkeiten im ÖPNV zu suchen“ bezieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Fragemann Stellung in der aktuellen ÖPNV-Diskussion. „Natürlich macht es dabei auch Sinn, die Strukturen der Vestischen mit denen anderer Verkehrsunternehmen zu vergleichen – auch mit der Niag“ betont der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Michael Baune. Was jedoch das bei einem Besuch der Strukturkommission in Wesel präsentierte Niag-Konzept angeht, da sind Baune und Fragemann skeptisch: „Für überzogene Euphorie besteht keine Veranlassung. Da verlieren derzeit so einige in der Dorstener CDU den klaren Blick für Realitäten und sitzen unreflektiert den verführerischen Versprechungen der NIAG auf“.
Die Realitäten zählt Michael Baune auf: „Wer sich von bunten Präsentationen Sand in die Augen streuen lässt, der läuft Gefahr, dem alten Märchen „Privat vor Staat ist immer billiger“ aufzusitzen. Es kann nicht davon die Rede sein, dass die ÖPNV-Sparte der NIAG kostendeckend arbeitet, das Gegenteil ist der Fall. Erst im Verbund mit anderen NIAG-Töchtern entsteht eine positive Gesamtbilanz. Und das auch nicht durch die reine Geschäftstätigkeit, sondern nur, weil Rückstellungen aufgelöst wurden.“ Friedhelm Fragemann ergänzt: „Man darf auch nicht übersehen, dass die geringeren Defizite der Niag im Vergleich zur Vestischen dadurch zustande kommen, dass die Niag ihre Fahrer nach einem eigenen Haustarif bezahlt, der deutlich unter dem Tarifvertrag der Vestischen (TV-N) liegt“.
„Bei allen Sparzwängen und Sparnotwendigkeiten gibt es eine Grenze: Die Sparanstrengungen dürfen nicht auf dem Rücken von Beschäftigten ausgetragen werden“ – so Baune und Fragemann ergänzt: „Wir stimmen keiner Lösung zu, an deren Ende Lohndumping steht, Beschäftigte zum Jobcenter gehen müssen, um ihren Lohn aufzustocken“.