Nitrat im Grundwasser: Michael Baune verweist auf die Massentierhaltung

Umwelt


Michael Baune, Vorsitzender der SPD Dorsten.

Zur Berichterstattung zum Thema „Nitratbelastung durch landwirtschaftliche Betriebe“ nahm Michael Baune, Vorsitzender der SPD Dorsten, Stellung:

Die Nitratbelastung von Böden durch exzessive Landwirtschaft ist letztlich nur ein Symptom des eigentlichen Problems.

Und dieser eigentliche Skandal heißt Massentierhaltung.

Immer mehr, immer schneller und immer billiger, das hat mit Bauernhofidyll nichts zu tun, das ist industrielle Fleischproduktion mit dem Ziel, Hackfleisch zu Schleuderpreisen in die Regale der Supermarktketten zu bringen.

Ein Irrweg wie ich finde, wie inzwischen auch viele Bauern finden, dies zeigten Demonstrationen erst vor kurzem in Berlin, als es um die Frage einer Landwirtschaft ging, die sich ihrer Verantwortung für Mensch, Umwelt und Tier bewusst ist.

Davon scheint Herr Steinmann (immerhin Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes RE) unberührt zu sein, wenn er respektlos von „ 1,5 Vieheinheiten je Hektar“ spricht. Nur zur Klarstellung, wir reden hier von Lebewesen, jedes einzelne mit dem Recht auf ein artgerechtes Leben, jedes einzelne empfindet Angst, Schmerz, Trauer und Freude, jedes einzelne ein Individuum. Wenn der Vertreter eines Berufsstandes jedes dieser Lebewesen zu einer betriebswirtschaftlichen Kennzahl „Vieheinheit“ herabwürdigt, dann ist ihm der Respekt vor der Schöpfung abhanden gekommen, dann möchte ich ihm mit Mahatma Gandhi zurufen:“Die Größe und der moralische Fortschritt einer Nation lässt sich daran ablesen, wie sie mit Tieren umgeht.“

Massentierhaltung in jeglicher Form ist Tierquälerei, ohne wenn und aber!

Das Tierschutzgesetz sagt: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Meine Haltung dazu: Es gibt keinen vernünftigen Grund für die in der Massentierhaltung zugefügten Schmerzen und Leiden. Das vermeintliche Verlangen des Verbrauchers nach Billigfleisch zumindest legitimiert die Quälerei nicht. Deshalb gehört die Massentierhaltung ohne jede Einschränkung verboten, egal ob es sich um Schweinemastberiebe oder Legebatterien handelt. Das richtet sich weder gegen die Landwirte, noch gegen die Verbraucher. Im Gegenteil, ein verantwortlicher und respektvoller Umgang würde uns allen mehr Lebensqualität verschaffen und –so ganz nebenbei- die Nitratbelastung im Grundwasser verringern helfen.

Michael Baune

 

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