
Unser Mann im Deutschen Bundestag in Berlin: Michael Gerdes.
Liebe Leserin, lieber Leser,
Streiks bei Lokführern und Piloten, weniger Wirtschaftsdynamik, Kampf gegen Ebola, Regierungserklärung der Kanzlerin, Pflegestärkungsgesetz – die Themen auf der Tagesordnung des Bundestages überschlugen sich diese Woche.
Gestern Mittag standen Streikrecht und Tarifeinheit zur Diskussion. Ich selbst bin in der Gewerkschaft groß geworden. Es wird daher niemanden verwundern, dass ich mich in meiner Rede für das Streikrecht der Gewerkschaften ausgesprochen habe. Kleine Berufsgruppen wie Lokführer und Piloten erregen mit ihrer Arbeitsniederlegung hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Die Geduld von unbeteiligten Pendlern wird auf die Probe gestellt. Das Verständnis für die Forderung nach besseren Arbeitszeiten und mehr Lohn ist da. Lokführer haben jedoch eine Schlüsselfunktion, die nicht zu häufig auf Kosten der Allgemeinheit ausgenutzt werden sollte. Jahrzehntelang hat das Zusammenspiel der Tarifparteien in Deutschland gut funktioniert. Mein grundlegender Appell an Gewerkschaften und Arbeitgeber lautet: Setzen Sie sich an einen Tisch, stellen Sie realistische Forderungen und gemeinsame Ziele auf. In manchen Unternehmen ist das Nebeneinander verschiedener Tarifverträge zum Problem geworden. Die Formel „Ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ macht Sinn. Voraussetzung ist allerdings, dass die verschiedenen Gewerkschaften zueinander finden. Solidarität und Zusammenarbeit haben die Arbeitnehmerschaft in Deutschland stark gemacht. Dabei muss es bleiben!
Die Aufzeichnung meiner Rede finden Sie im Online-Archiv des Bundestages unter http://dbtg.tv/fvid/3991317
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerdes

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