Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Die Stadt Dorsten sollte die durch das Creativquartier Fürst Leopold inzwischen etablierten Nutzungen im historischen Bestand viel stärker in ihr Stadt-Marketingkonzept einbeziehen, so insbesondere auch auf Messen (z.B. EXPO REAL in München) und anderen Großveranstaltungen, an denen die Stadt oder städtische Gesellschaften (Windor) beteiligt sind. Vor allem aber müssen Politik und Verwaltung dieses Leuchtturmprojekt stärker in den Blick nehmen und hier Prioritäten setzen“, so Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann nach einem Gespräch mit TeDo zu Beginn dieser Woche. Hier sei Außerordentliches geleistet worden, der Investor habe – entgegen anfänglich auch vorhandener Skepsis bei einigen Beteiligten – Wort gehalten. So sei u.a. flächenmäßig eine der größten Galerien Europas entstanden, im Verwaltungsgebäude seien mehrere Werkstätten auch an ortsansässige Künstler vermietet, die Außenanlagen aufgewertet worden. Attraktive Gastronomiebetriebe würden, insbesondere im Sommer, zu einer Belebung des Fürst Leopold-Platzes beitragen. Der Bestand des historischen Ensembles sei zum Großteil gesichert.
Gleichwohl wären noch umfangreiche Projekte zu stemmen, so insbesondere eine Folgenutzung der Kaue und der früheren Druckluftzentrale (Kesselhaus).
„Die Umnutzung der Kaue zur Markthalle im Sinne einer Kunstmarkthalle bzw. eines „Marktes der Möglichkeiten“ mit flankierenden Freizeitangeboten und kunstaffinen Veranstaltungen und Messen, wie Antiquitätenmarkt, Oldtimer-Markt, Konzerten etc. ist eine hervorragende Idee. Eine solche Nutzung wird sicher auch noch mehr über- örtliches Publikum ansprechen“, so Bürgermeisterkandidat Michael Baune.
„Zur Umsetzung eines solchen Vorhabens bedarf es einer Grundgenehmigung, die Politik und Verwaltung möglich machen sollten; es gilt die Genehmigungsfähigkeit gemeinsam durch intensivierte Kooperation aller Beteiligten zügig herzustellen“, so Fragemann, ebenso wichtig sei das Akquirieren von Fördermitteln des Bundes und der EU.
Auch der Vorschlag für die Druckluftzentrale (Kesselhaus), eine multifunktionale Nutzung von Kunst- und Bürgerhalle, Tisa-Museum, Hotel und Gastronomie vorzusehen, halten die Sozialdemokraten für eine gute Mischung und wollen nachdrücklich daran mitwirken, für dieses Projekt den Weg zu ebnen. Hier seien im Übrigen auch Synergieeffekte mit benachbarten Nutzungen wie den Aktivitäten des Bergbauvereins und des „Jugendzentrums Leo“ zu erzielen.
„Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Investor ein im Wesentlichen privat finanziertes Hundertmillionen-Objekt anstößt und auch umsetzt. Diese Chance müssen wir nutzen. Andere Städte würden sich nach dieser Chance die Finger lecken“, so abschließend Baune und Fragemann.