Kostenentwicklung im Bereich der Jugendhilfe - Stellungnahme des SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Baune

Kommunalpolitik

„Die Kostenexplosion ist teilweise hausgemacht.“

Dies meint der Dorstener SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Baune. „Keine Frage, Kosten hin oder her. Wenn es um den Schutz von Kindern geht, kann und darf die Stadt nicht wegschauen, dann muss unverzüglich gehandelt werden. Gut, dass dies so ist“, bekräftigt der Kandidat, der allerdings die zitierte „Ratlosigkeit“ von Politik und Verwaltung angesichts der Kostenexplosion nicht nachvollziehen kann.

Zumindest langjährige Jugendpolitiker müssten wissen, so Baune weiter, dass im Dorstener Stadtteil Barkenberg vor Jahren ein Konzept entwickelt und umgesetzt worden sei, das nachweislich zu Kosteneinsparungen von jährlich zwischen 60 und 100tausend Euro geführt habe: „Neben dem pädagogischen war der finanzielle Erfolg derart deutlich, dass selbst die Gemeindeprüfungsanstalt seinerzeit anmahnte, man möge dieses Modell auf alle Dorstener Sozialräume übertragen,“ erklärt Baune, selbst Betriebsleiter des LWL-Jugendhilfezentrums.

Fakt ist, dass daraufhin auf der Grundlage des erfolgreichen Barkenberger Modells ein Jugendhilfekonzept flächendeckend für ganz Dorsten entwickelt wurde. Allerdings mit einem gravierenden Unterschied, wie Baune anmerkt: „Gegenüber dem Original wurde die personelle Ausstattung der Stadtteilteams verringert, was die präventive Arbeit nur noch in weitaus geringerem Umfang möglich machte.“ Damit sei ein wesentliches Erfolgsrezept des Barkenberger Modells „klammheimlich gekippt“ worden.

„Das jetzt die Kosten für Jugendhilfe aus dem Ruder laufen, ist also auch ein hausgemachtes Problem mit wenig Weitsicht.“

Statt „ratlos“ mit den anderen Städten des Kreises an einem Tisch zu sitzen, könnte Dorsten beispielgebend für andere Kommunen sein, ist Michael Baune überzeugt: „Die Jugendhilfe vor Ort war auf einem hervorragenden Weg. Es ist allerhöchste Zeit für eine fachlich einzuleitende Wende, die auch die Stadtkasse spürbar entlasten würde. Die Konzepte dazu verstauben derweil in den Schreibtischen des Jugendamtes.“

 

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