Michael Baune, stellv. Vorsitzender der Dorstener SPD-Ratsfraktion. Stellungnaheme zur Ratsentscheidung vom 14.12.2016
Der Antrag der SPD-Fraktion über das generelle Verbot von Zirkusgastspielen mit Wildtieren im Gebiet der Stadt Dorsten erzielte in der letzten Ratssitzung des Jahres keine Mehrheit.
Hierzu ein Kommentar von Michael Baune, stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dorsten:
Es ging nicht darum, Geld auszugeben. Es ging „nur“ darum, Haltung zu zeigen. Es ging „nur“ darum, den Tieren ihre Würde zurückzugeben. Es ging „nur“ darum, eine klare Position und ein Signal gegen Tierquälerei in Zirkusbetrieben zu setzen.
Ich bin schlichtweg entsetzt, dass sich keine Ratsmehrheit für den Antrag fand, Zirkusbetrieben mit Wildtieren zukünftig keine Flächen mehr in Dorsten zu Verfügung zu stellen.
Statt einer „Haltung“ hat sich eine Ratsmehrheit aus fadenscheinigen Pseudo-Begründungen, durch Enthaltung und mit lapidaren Erklärungen „Man kann das so oder so sehen“ feige aus der Verantwortung unseren Mitgeschöpfen gegenüber gestohlen.
Für jeden Bürger, der für einen respektvollen Umgang mit Tieren eintritt, eine schwer zu ertragende Erkenntnis.
Dass es auch anders geht, zeigen über 70 andere Städte in Deutschland. Dortige Politiker bewiesen - anders als die Mehrheit in Dorsten - Rückgrat und sie setzten ein Zeichen.
70 Prozent der Dorstener entschieden sich in einer Online-Umfrage der Dorstener Zeitung für ein Wildtierverbot. Die Umfrage lässt zumindest Zweifel aufkommen, ob die Entscheidung der Ratsmehrheit den Willen der Bürgerschaft widerspiegelt.
Von der Politik im Stich gelassen bleibt es nun dem verantwortungsvollen Bürger allein überlassen, durch Boykott von Zirkusveranstaltungen mit Tieren das nachzuholen, wozu Politiker in Dorsten nicht den nötigen Mut aufgebracht haben.
Darauf setze ich jetzt meine Hoffnung: Machen sie sich und ihren Kindern bewusst, dass alle Tiere, die im Zirkus auf entwürdigende Art dazu herhalten müssen, in bunten Kostümen Kunststücke zu vollziehen, dazu gegen ihren Willen und gegen alle Regeln einer artgerechten Haltung unter Qualen gezwungen werden. Vermitteln sie ihren Kindern einen respektvollen Umgang mit Tieren auf gleicher Augenhöhe.
Als Ratsmitglied distanziere ich mich aus ethischer, moralischer Überzeugung ausdrücklich vom Votum des Rates in dieser Frage.
Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde quäle ich nicht, ich esse sie übrigens auch nicht.