Für das Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold interessiert sich ein Investor. Nach Jahren des Stillstands scheint sich für diese zentrale Brachfläche in Dorsten eine Lösung zu finden. Das ist gut so!
Zwischen dem Investor auf der einen Seite und Verwaltung, Politik, Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite gibt es derzeit noch unterschiedliche Vorstellungen, welche Geschäfte und Märkte auf dem alten Zechengelände angesiedelt werden können. Das ist in dieser frühen Planungsphase durchaus nicht ungewöhnlich.
Klar ist oder klar sollte sein: Die geplante Nutzung und die Gestaltung des alten Zechengeländes muß gemeinsam mit den Menschen in Dorsten abgestimmt werden! Auf dem Gelände soll auch ein Jugendzentrum errichtet werden. Scheinbar hat sich die Verwaltung als Standort dafür bereits auf das ehemalige Casino vorfestgelegt. Wo bleibt die Bürgerbeteiligung? Wann sollen die Menschen in Dorsten noch befragt werden? Erst, wenn alle Pläne fertig sind?
Der Ortsverein Hervest bezieht zur bislang ausgebliebenen Bürgerbeteiligung wie folgt Stellung:
„Mit Befremden nimmt der Ortsverein der SPD in Hervest zur Kenntnis, dass für ein Jugendzentrum „in der Verwaltung die Vorentscheidung zu Gunsten des früheren Casinos gefallen zu sein scheint“. Auf Drängen der SPD in allen Ratsgremien wurde bisher von der Stadtspitze zugesichert, dass für die Auswahl eines von den Betroffenen wirklich akzeptierten Standortes im Vorfeld der Entscheidung Bürgerbeteiligung stattfindet. Wichtigster Meilenstein sollte laut Bürgermeister Lütkenhorst ein Jugendhearing kurz nach Ende der Sommerferien sein.
Gerade der „Casino“-Standort am nordöstlichen Randbereich des Stadtteils birgt die größte Gefahr, zu abseitig zu liegen, um durch die Jugendlichen angenommen zu werden. Auch nach dem vom Land akzeptierten Förderkonzept sollte das Begegnungszentrum zentral liegen. „Also nicht an einem Ortsausgang, sondern im Herzen von Hervest, wie vom SPD-Ortsverein Hervest schon im Frühjahr 2009 mit mehreren Vorschlägen ins Rennen gebracht.“ so der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Dirk Groß.
„Wieder einmal fehlt eine Bürgerbeteiligung, die ihren Namen verdient. Das Ergebnis wird verkündet und nur dürftig als „Vorentscheidung“ bemäntelt.“ ergänzt der Bürgermeisterkandidat Hans-Udo Schneider. Schneider weiter: „An den Tisch gehören alle potentiellen Beteiligten wie die Kirchen und die Akteure aus der praktischen Jugendarbeit und dies nicht im stillen Kämmerlein.“
Mit dem Verband der Kirchengemeinden als Träger der Jugendeinrichtung hat bisher noch niemand gesprochen. Das Jugendhearing droht somit leider zum Abnick-Termin zu werden. Die Enttäuschung der Jugendlichen und das Geld der Stadt kann man sich dann besser ersparen.“