In Holsterhausen läßt´s sich gut leben – diese Botschaft nimmt Bürgermeister-Kandidat Dr. Hans-Udo Schneider nach seinem Besuch in Holsterhausen mit. Der Industrie- und Sozialpfarrer war heute im Rahmen seiner Veranstaltungs-Reihe „Schneider vor Ort“ zu Gast in der Gaststätte „Adolf“. Von großen Problemen konnten die zahlreichen Gäste nicht berichten.
Dennoch gibt es einiges zu tun. „Jugendliche beklagen, daß es zu wenige Freizeitmöglichkeiten gibt“ berichtete der SPD-Vorsitzende Dirk Schult. Eine Klage, die nicht so leicht nachzuvollziehen ist – immerhin gibt es in Holsterhausen zahlreiche Sportvereine, die steigende Mitgliederzahlen im Nachwuchsbereich verzeichnen. „Ich habe da keine einfache Antwort“ bekannte Schneider. Eine Möglichkeit sei, die in Holsterhausen vorhandenen Angebote bekannter zu machen oder miteinander zu vernetzen. „Das ist aber auch eine Frage des Bewusstseins.“ fasste Schneider seine in anderen Stadtteilen gesammelten Erfahrungen in der Jugendbetreuung zusammen.
Eine weitere Aufgabe für Dr. Hans-Udo Schneider: Die Verkehrsführung durch Holsterhausen. Nicht erst der jüngste Unfall auf der Hauptstraße verdeutlicht die Probleme, die gerade durch den Schwerlastverkehr auf der Hauptstraße ausgelöst werden.
Im Mittelpunkt des Interesses und Gegenstand zahlreicher Fragen und Beiträge: Die Energie- und Bildungspolitik. „Dorsten braucht die Energiewende“ warb Schneider eindringlich für die energetische Erneuerung in Dorsten. Das geeignete Mittel dazu: Die Gründung von Stadtwerken. „Mit eigenen Stadtwerken gewinnt die Stadt Dorsten neue finanzielle Spielräume“ nannte Schneider eine Antwort auf die Fragen seiner Kritiker, woher denn das Geld für sein anspruchvolles Programm „Das Beste für Dorsten“ kommen soll. Die Erfahrungen in den Nachbarstädten zeigen: Stadtwerke arbeiten nicht nur bürgernah und sorgen durch ihre dezentrale Energieversorgung nicht nur für ein besseres Klima – sie werfen auch Gewinne ab. Dazu noch mal Dr. Hans-Udo Schneider: „Das Geld, was sich RWE einsteckt, möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern in Dorsten geben“. Denkbar sei, mit den Gewinnen Energiesparmaßnahmen von Privatleuten, soziale Maßnahmen oder kulturelle Projekte zu unterstützen.
Die Bildungspolitik: „Das dreigliedrige Schulsystem ist nicht mehr zeitgemäß“ fasste Dr. Hans-Udo Schneider die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen zusammen und fuhr fort: „Die Jugendlichen an den Hauptschulen sind die Verlierer“. Schneider weiß, welch heißes Eisen er damit anpackt. Schon in den 70er/ 80er Jahren artete die Diskussion um eine weitere Gesamtschule in Dorsten in eine Art Kulturkampf aus. Schneider kneift dennoch nicht. Dorsten und ganz NRW brauchen ein neues Schulsystem. „Nicht gegen den Elternwillen, ich will keinen Schulkampf. Wer sein Kind weiter auf´s Gymnasium schicken will, der soll das machen können. Für alle anderen Kinder setze ich aber auf die Gemeinschaftsschule. Abitur in 13 Jahren, daneben gibt es weitere Schulabschlüsse“ sprach sich Dr. Hans-Udo Schneider klar für eine Gemeinschaftsschule in Dorsten aus. „Übrigens – so etwas gibt es doch schon lange in Deutschland. Und die Experten loben unsere Gemeinschaftsschule“ zitiert Schneider aus zahlreichen Studien über die – Grundschulen. Denn hier wird das gemeinsame Lernen praktiziert, bis Schulkinder bereits in der 2. oder 3. Klasse in Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialschüler selektiert werden. Der mögliche Standort für eine weiterführende Gemeinschaftsschule in Dorsten: Das Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße.
Die Veranstaltungsreihe "Schneider vor Ort" wird fortgesetzt - am 19. April in Hervest-Dorsten.