Herr Krüger, je suis charlie!

Gesellschaft


Michael Baune, Vorsitzender der SPD Dorsten.

Am vergangenen Freitag folgte ich dem Aufruf des Migrationsreferates und nahm an der Lichteraktion auf dem Brunnenplatz teil. Auch ich wollte ein Zeichen für Demokratie, Pressefreiheit, Toleranz, und gegen Ausgrenzung und Hass angesichts der schrecklichen, von religiösen Fanatikern verübten Terroranschläge in Paris und anderen Orten in der Welt setzen.

Ich halte dies - auch angesichts von Trittbrettfahrern wie Pegida- für wichtig. Der von religiösen Fanatikern ausgeübte Terror ist ein Angriff auf Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit, er richtet sich somit gegen jeden Demokraten, wir alle sind gefordert. Die Initiative von Frau Wal ist daher nur zu würdigen und ich habe innerhalb der SPD zur Teilnahme aufgefordert.

Soweit so gut. Von der Ansprache Pastor Krügers bin ich dann allerdings schier entsetzt. Wenn Herr Krüger angesichts der getöteten Journalisten formuliert: „Ich bin nicht Charlie“ und dies -neben dem Hinweis Christ zu sein- mit erhobenem Zeigefinger damit begründet „Nicht alles, was erlaubt ist auch gut“ dann rückt er –gewollt oder unbedacht- die Opfer von Paris in die Nähe von Mitschuldigen an ihrer eigenen Ermordung, das ist zynisch zu nennen.

Ich bin derart aufgewühlt, das ich dies nicht so stehen lassen kann: Die Satiriker von Hebdo Charlie mussten sterben, weil sie nichts anderes taten, als ihr verfassungsmäßiges Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen. Ob diese Meinung dem Einzelnen nun in den Kram passt oder nicht. Ob der persönliche Geschmack des einzelnen damit im Einzelfall verletzt wird oder nicht, all das ist im aktuellen Kontext unerheblich.

<>Über einen Pressekodex kann man bei Zeiten reden, aber um es mit Voltaire zu sagen: „Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, dass Sie Ihre Meinung frei äußern können.“ Zur Demokratie gehört Pressefreiheit und Satire. Das zu akzeptieren, fällt mal leichter , mal schwerer. Wer aber Meinungsfreiheit relativiert, einschränkt, oder gar mit Waffen bekämpft, der redet der Diktatur das Wort.

 

Deshalb sage ich: Ich bin Charlie und das hat nichts mit mainstream zu tun.

Ich bin Charlie Herr Krüger, weil keine Religion der Welt das Recht hat, Meinungsfreiheit zu beschränken und keine Religion Gewalt und Terror legitimiert. Jede Form von Fanatismus ist ein Angriff auf unsere Gesellschaftsordnung, ohne Wenn und Aber.

Ich bin Charlie Herr Krüger, weil es auch gilt, denjenigen –wie etwa Pegida und AfD- entgegenzutreten, die aus den Anschlägen militanter Islamisten politisches Kapital schlagen wollen, indem sie eine ganze Religion diskreditieren und islamfeindliche Stimmung machen.

Und ich bin Charlie Herr Krüger, weil nach meiner Auffassung die moslemischen Gemeinden gut daran täten, sich noch deutlich als bisher bereits geschehen öffentlich vom militanten Islamismus zu distanzieren.

 

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