Dr. Hans-Udo Schneider (Mitte), Pressesprecher Dirk Schult und SPD-Chef Hans-Willi Niemeyer am WDR5-Ü-Wagen.
„Hallo Ü-Wagen“ – die beliebte Sendung von WDR5 machte heute Station in Dorsten. Auf dem Platz der Deutschen Einheit lud Moderatorin Julitta Münch zur Diskussion „Reicht´s?! Hartz IV“ ein. Betroffene, Experten und Engagierte diskutierten auf und vor der Bühne über Hartz IV. Mit dabei: der rotgrüne Bürgermeister-Kandidat Dr. Hans-Udo Schneider und der SPD-Vorsitzende Hans-Willi Niemeyer. „Wir wollen hinhören, wir wollen zuhören“ – ein Beispiel für die Kümmer-Kultur, die Hans-Willi Niemeier in seiner Antrittsrede auf dem Stadtparteitag ankündigte.
Kalt war es – aber noch kälter ist das Leben eines Hartz IV-Beziehers.
Schon nach den ersten Wortbeiträgen wurde klar: der Regelsatz von 351 Euro reicht vorne und hinten nicht aus. Lebensmittel gibt es nur aus dem Discounter, Kleidung aus dem Secondhand-Laden. Mobilität, Teilhabe an Kultur? Schwierig bis unmöglich. Und noch dramatischer sieht es bei den Kindern aus – ihr Regelsatz ist gekürzt, obwohl Kinder und Jugendliche durch ihr Wachstum ständig neue Kleidung brauchen. Geld für Schulfahrten? Fehlanzeige. Betroffene leiden aber nicht nur unter der Armut, sondern auch und besonders am Misstrauen der Ämter.
Bürgermeister-Kandidat Dr. Hans-Udo Schneider kennt viele solcher Beispiele aus seinem beruflichen Alltag. Um die größten Probleme von Hartz IV-Beziehern zu lösen, fordert er:
- ein Sozialticket für den ÖPNV – nach Möglichkeit abgestimmt mit allen Städten im VRR-Bereich
- Unterstützung des Dorstener Arbeitslosentreffs – nachdem sich das Land NRW aus der Finanzierung unabhängiger Beratungsstellen für Arbeitslose zurückgezogen hat, muß diese ehrenamtliche Anlaufstelle in Dorsten gefördert werden
- Essen für alle Kinder in Kindergärten und Schulen; wenn das Land die Finanzierung nicht trägt, muß die Stadt um Spenden werben und fehlende Gelder aus eigenen Mitteln bereitstellen