Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender. Dorsten - eine Fairtrade-Stadt? Ja warum denn nicht! Wie fair Waren hergestellt und gehandelt werden, geht auch Dorsten an. Die SPD stellt daher folgenden Antrag für den Rat:
Zertifizierung Dorstens als Fairtrade-Stadt
Begründung:
TOP: „Zertifizierung Dorstens als Fairtrade-Stadt“
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
gemäß § 3.3 der geltenden Geschäftsordnung bitte ich Sie, o.g. Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen.
Begründung:
Bezugnehmend auf die diesbezügliche Berichterstattung in der Dorstener Zeitung greife ich noch einmal die Frage auf, ob es nicht auch der Stadt Dorsten gelingen sollte, die Zertifizierung als Fairtrade-Stadt zu erhalten. Die Stadt könnte hier ein Zeichen setzen. Die häufig in Beratungen, Gesprächen und Diskussionen städtischer Gremien angesprochenen Verhältnisse unfairen Handels, die u.a. häufig auf Kinderarbeit basieren, sind nicht für Sonntagsreden geeignet sind, sondern erfordern konkretes Handeln.
Das Fairtrade-Gütesiegel kann bei den Bürgern ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, verstärkt fair gehandelte Produkte, wie Kaffee, Tee, Schokolade oder Bananen, zu kaufen und zwar in der Gewissheit, einen Beitrag zu leisten, dass Bauern, Arbeiter und Erntehelfer gerecht entlohnt werden und dass Kinderarbeit und Diskriminierung auf Plantagen oder in Fabriken, die solche Produkte erstellen, ausgeschlossen werden, wenn diese sich dem Fairtrade verpflichtet haben.
Um das Fairtrade-Siegel zu erhalten, müssen z.B. folgende Kriterien erfüllt werden. So muss im Rathaus Kaffee aus fairem Handel ausgeschenkt sowie ein weiteres faires Produkt angeboten werden. In einer bestimmten Anzahl von Einzelhandelsge-schäften müssen fair gehandelte Produkte verkauft werden, gastronomische Betriebe entsprechende Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. In öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schulen oder in Vereinen und in Kirchengemeinden, müssen Fairtrade-Produkte verwendet werden und es sollten auch Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt werden.
In Dorsten wird schon eine Reihe dieser Erfordernisse erfüllt. Es gibt sogar eine Reihe vorbildlicher Aktivitäten. Dies zu dokumentieren und entsprechend zu begleiten, bedeutet natürlich einen gewissen personellen Aufwand. Da aber auch andere Städte im Kreis – trotz gleicher schwieriger Haushaltslage – zu den Fairtrade-Städten zählen, stellt sich die Frage, warum nicht auch Dorsten diesen Weg beschreiten kann. Zumindest sollte geprüft werden, ob nicht in Rücksprache mit den vor Ort schon in diesem Sinne tätigen Vereinen und Verbänden (z.B. Kirchengemeinden, Schulen, Freundeskreis Nicaragua usw.) oder mit anderen ehrenamtlich tätigen Bürgern eine Lösung gefunden werden kann, diese Aktivitäten zu dokumentieren und um weitere Unterstützung und Teilnahme zu werben, damit auch Dorsten sich als Kommune in die wachsende Gemeinschaft der Fairtrade-Städte einreihen kann.
Mit freundlichem Gruß
Friedhelm Fragemann