Dr. Hans-Udo Schneider und Susanne Fraund im Kreis von Energie-Experten. Knut, der kleine Eisbär, rührte die Menschen. Doch sie sind es auch, die den Klimawandel herbeiführen und Knut & Co. im wahrsten Sinne des Wortes den Eisboden unter den Füßen wegziehen. Global denken und lokal handeln – diesen Satz will Dr. Hans-Udo Schneider mit Leben füllen. Der Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen wird im Falle seiner Wahl umgehend eine Arbeitsgruppe einrichten, um in Dorsten einen anderen Umgang mit Energie umzusetzen und die Möglichkeit eigener Stadtwerke zu prüfen. Neben Vertretern aus Politik und Verwaltung sollen Naturschutzverbände sowie Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten. Angekündigt hat er dies bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Energiepolitik im Gemeinschaftshaus Wulfen, zu der SPD, Grüne und ihr Bürgermeisterkandidat eingeladen hatten.
Gleich zwei Ziele verfolgt Schneider mit einer Energiewende für Dorsten:
„Zum Einen müssen wir mehr regenarative Energien wie Solar- oder Windenergie einsetzen und Energie sparen, um unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Zum Anderen können eigene Stadtwerke oder die Kooperation mit Partnern die finanziellen Spielräume unserer Stadt erhöhen.“
In Nachbarstädten wie Gelsenkirchen oder Herten seien durch Kooperationen oder eigene Stadtwerke die kommunalen Handlungsmöglichkeiten größer, könnten Kulturangebote ausgebaut oder Schwimmbäder unterhalten werden, weiß Dr. Hans-Udo Schneider. „Die Konzessionsverträge mit dem RWE laufen zwar erst 2013 aus, doch die Weichen für die Zeit danach, müssen schon jetzt gestellt werden. Es wäre fahrlässig, hier eine Möglichkeit zu verschlafen“, sagte Dr. Hans-Udo Schneider.
Während RWE-Vertreter Christoph Marx eine Offenheit für kreative Lösungen signalisierte, bot Thorsten Rattmann die enge Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Herten an. Wirtschaftlich arbeiten, das müssen natürlich auch Stadtwerke. „Aber die Renditeerwartungen und der Renditedruck sind bei uns niedriger als bei den großen Konzernen“, verdeutlichte Thorsten Rattmann.
Doch schon vor dem Auslaufen der Konzessionsverträge 2013 kann einiges für eine Energiewende getan werden. „Allein in der Sanierung und der Wärmedämmung von Gebäuden steckt ein ungeheures Potential zur Energieeinsparung“, sagte der grüne Landtagsabgeordnete Reiner Priggen. Hier zu investieren sei gut für die Umwelt, sichere Arbeitsplätze vor Ort und mache unabhängiger von Öl- oder Gasimporten, so Priggen.
Dr. Hans-Udo Schneider und den über ihre Kosten für ihre Nachtspeicherheizungen klagenden Bürgerinnen und Bürgern in Barkenberg bot der Landtagsabgeordnete an, Kontakte zu Umweltminister Uhlenberg zu knüpfen. „Es gibt Landesprogramme für den Umbau der Wärmeversorgung. Möglicherweise ist darüber was zu machen“, sagte Reiner Priggen. Dr. Herrmann Ott vom Wuppertal-Institut sieht bei den engagiert diskutierenden Bürgerinnen und Bürgern in Barkenberg genügend Elan für eine Bürgerbewegung. „Nehmen Sie RWE in die Pflicht oder kooperieren mit den Stadtwerken Herten, um mit Experten eine Lösung zu finden. Möglicherweise kann man ja beim Strom für die Wärmeversorgung bleiben, wenn dieser umweltschonend zum Beispiel in einem Blockheizkraftwerk erzeugt wird und die Gebäude wärmegedämmt sind“, lauteten die Tipps des Wissenschaftlers.
Jetzt muss etwas getan werden. Das machte Dr. Otts Vortrag überdeutlich: „Der Zusammenhang zwischen dem Ausstoß des Treibhausgases CO2 und dem Anstieg der Temperaturen ist nicht zu leugnen.“ Global denken und lokal handeln, das, so der Wissenschaftler, sei nötiger denn je.