Jan Kolloczek, SPD-Ratsherr aus Barkenberg. Der Wittenberger Damm in Barkenberg wird saniert und zurückgebaut. Diesen Beschluß faßte der Umwelt- und Planungsausschuß (UPA) in der letzten Woche für ein rund 1,2 km langes Teilstück. Eine alte SPD-Forderung wird damit endlich umgesetzt. Eine gute Nachricht? Leider nur teilweise. Denn das Geld stammt aus den zugebilligten Fördergeldern für den ursprünglich geplanten 4. Bauabschnitt. Aus dem stieg die Heuschrecken-LEG bekanntlich in diesem Jahr aus – die Kommunalaufsicht erlaubte der Stadt Dorsten daraufhin, die bereits genehmigten Gelder für ein anderes Projekt in Barkenberg einzusetzen.
Barkenberg war einmal für 50.000 Einwohner geplant. Entsprechend üppig fiel die Erschließung aus – eine 4-spurige Straße sollte den neuen Stadtteil mit der B 58 verbinden, der Wittenberger Damm entstand. 50.000 Einwohner? Die erwartete Nordwanderung des Bergbaus blieb aus – heute hat Barkenberg nur rund 10.000 Einwohner. Und braucht keine so großzügige Erschließungsstraße wie den Wittenberger Damm. Die Dorstener Finanzmisere hat in den letzten Jahren auch Spuren in dieser Straße hinterlassen, die dringend saniert werden muß. Das geschieht nun. Zwei Fahrspuren werden zu Grünland umgewandelt – das spart langfristig Erhaltungskosten für die Stadt Dorsten. Und die verbleibenden zwei Spuren werden saniert. Leider reicht das Fördergeld nur für rund 1,2 km und nicht für den gesamten Wittenberger Damm.
Möglich wurde diese dringende Maßnahme, weil die Heuschrecken-LEG aus dem Stadtumbau West ausstieg, nicht mehr mit in den 4. Bauabschnitt ging. Die Folge: Der ursprünglich geplante Abriß von eigentlich nicht mehr benötigten Häusern am Himmelsberg fällt aus. Diese Wohnungen muß die Rendite-gesteuerte LEG nun vermieten. Wohnungen, die eigentlich niemand braucht. Barkenberger Bürger befürchten nun, daß die LEG diese Wohnungen ohne Rücksicht auf die sozialen Strukturen an den Mieter bringen wird.
Für den 4. Bauabschnitt hatte die Stadt Dorsten Fördergelder beantragt – und zugebilligt bekommen. Diese Gelder durfte Dorsten nun für die Sanierung und den Rückbau des Wittenberger Damms umleiten.