Ein Symbol der Scheinheiligkeit

Kommunalpolitik


Michael Baune, stellv. Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.

Namensbeitrag von Michael Baune, stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dorsten, zur Debatte um das Betriebliche Gesundheitsmanagement in der Dorstener Stadtverwaltung

„Ein Symbol des Friedens“, so lautete die Überschrift eines Berichts über das Licht aus Bethlehem, welches Pfadfinder am vergangenen Mittwoch zu Beginn der Ratssitzung in den Ratssaal brachten. Das dazugehörige Foto mit  den Fraktionsgrößen in der Samstagsausgabe der Dorstener Zeitung ist allerdings in Teilen gewiss als Symbol der Scheinheiligkeit zu bezeichnen.
Da übernimmt dann unter anderem Herr Zielinski von der FDP das Friedenslicht, um gleich darauf in einer bisweilen die Grenzen des guten Geschmacks überschreitenden Haushaltsrede Beschäftigte der Stadt Dorsten auf übelste Art und Weise zu diffamieren.
 

Konkret  geht es um Beschäftigte, die unter anderem auch durch immer mehr Arbeitsverdichtung, durch Wiederbesetzungssperren und Stellenstreichungen unter immer stärkeren Druck geraten sind und am Ende erkranken. Sie gelten bei Herrn Zielinski nur noch als unzumutbare Kostenfaktoren, die den Haushalt belasten. Das ganze garniert er mit subtilen Anschuldigungen, welche die Erkrankten in die Nähe von Sozialschmarotzern rücken könnten, die auf Kosten des steuerzahlenden Bürgers krank „feiern“.

Ich bewundere die Personalratsvorsitzende Hadick um ihre äußere Gelassenheit während der Zielinski-Rede und möchte nicht wissen, wie es wohl wirklich in ihr aussah. Für jeden Gewerkschafter eigentlich unerträglich.


Wie man diesen kranken Beschäftigten zu Leibe rücken kann, dazu hatte Herr Zielinski übrigens auch eine Idee, die sich wie folgt umschreiben lässt: Man müsse diesen Leuten eben ein wenig mehr Druck machen und unter anderem mit Privatisierung drohen. Das würde ihnen Beine machen. „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ nennt das übrigens die Dorstener  FDP-Elite.

Mangelnde persönliche Reife, eine gefährliche Entsolidarisierungs-Ideologie und die Offenbarung eines zutiefst unchristlichen Menschenbildes, das trifft es wohl eher. Da hilft dann auch das Friedenslicht nichts mehr.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in meinem Verständnis das ernsthafte und nachhaltige Bestreben des Arbeitgebers, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über Jahre und Jahrzehnte ihre Arbeitsleistung eingebracht haben und dann erkranken,  durch unterstützende  Angebote und Rahmenbedingungen nach Möglichkeit den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu ebnen. Fürsorgepflicht des Arbeitgebers nennt man das. Scheinbar ein Fremdwort für die „Spalter-Partei“ des Herrn Zielinski.

Hier ist die Solidargemeinschaft gefragt, das ist nicht nur zutiefst sozialdemokratisch, es wäre auch christlich. Leider ist auch die CDU hier noch in einem Lernprozess, denn deren Vorschläge zum Gesundheitsmanagement waren eher symbolischer Natur, unbeholfen ohne konkretes Konzept.

Die jetzt  dank massiver  SPD-Intervention als Kompromisslösung für das nächste Haushaltsjahr zur Verfügung gestellten Mittel sind ein erster kleiner Erfolg, sie können allerdings nur den Einstieg bilden. Wer von seinen Beschäftigten Top-Leistungen erwartet, der muss als Arbeitgeber auch für ein förderliches Betriebsklima sorgen. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist zwingend Teil davon, und es kostet Geld. Die Menschen sollten es uns wert sein.

 

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