Dirk Schult, SPD-Sprecher im Umwelt- und Planungsausschuß. Die Barkenberger Brücke Nr. 241 (Südheide/ Maiberger Allee) wird ersatzlos abgerissen. Diese Entscheidung traf der Umwelt- und Planungsausschuß (UPA) in seiner gestrigen Sitzung – gegen die Stimmen von SPD und Grünen. „Das ist dann der Anfang vom Ende des einzigartigen Barkenberger Verkehrskonzeptes“ begründete Dirk Schult, SPD-Ausschußsprecher, in der Diskussion das SPD-Werben für den Erhalt dieser Brücke.
Barkenberg, in den 1960er geplant, hat heute noch ein fast einzigartiges Verkehrskonzept. Der Stadtteil mit 9000 Einwohnern kommt heute noch ohne Ampeln aus. Und die Trennung des Autoverkehrs vom Fußgänger- und Radfahrerverkehr ist auch im 3. Jahrtausend noch vorbildlich. Tunnel und Brücken machen es möglich, daß bis auf eine Ausnahme (Abriß der ehemaligen Brücke am Handwerkerhof) keine Straße überquert werden muß. Barkenberg ist aber auch in die Jahre gekommen – man sieht es an den Straßen und ganz besonders an den Brücken. 3 von ihnen sind marode, darunter auch Brücke Nr. 241.
25.000 Euro kostet der Abriß – 50.000 Euro die Sanierung. Dazu kommen in den nächsten 40 Jahren (!) noch einmal 48.000 Euro Unterhaltungskosten. Der Erhalt der Brücke ist also 73.000 Euro teurer als der ersatzlose Abriß – auf 40 Jahre gerechnet. Vor dem Hintergrund der Dorstener Haushaltmisere empfahl die Verwaltung den ersatzlosen Abbruch. Die Brücke würde zu wenig genutzt, außerdem gäbe es in unmittelbarer Nähe eine weitere Brücke, für Fußgänger ergäbe sich ein Umweg von 300 m, für Radfahrer von 800 m.
Die SPD schloß sich der Verwaltungs-Empfehlung nicht an, sondern forderte die Sanierung der Brücke. „Wir reden von 25.000 Euro Mehr-Kosten, die jetzt anfallen. Heute reden wir über den Abbruch einer Brücke. Wann kommt die nächste Brücke?“ fragte Dirk Schult im Ausschuß. Die SPD fürchtet einen Abschied auf Raten vom Barkenberger Verkehrskonzept.
Nach der UPA-Entscheidung rollt nun der Bagger. Die Brücke „Südheide/ Maiberger Allee“ wird abgebrochen – ohne Ersatz. Es wird keine plangleiche Straßenquerung geben – Wanderer und Radfahrer müssen nun die benachbarte Brücke benutzen, um in das Barkenberger Grün im Nordwesten zu gelangen.
Saniert wird dagegen die Brücke „Napoleonsweg/ Wittenberger Damm (Nr. 242)“. Eine plangleiche Straßenquerung zu bauen wäre nicht billiger als eine Brückensanierung. Bereits abgebrochen ist die Brücke „Henkelbrey/ Dimker Alle (Nr. 249“ – diese wird neu gebaut. Eine plangleiche Straßenquerung wäre nur innerhalb einer 90°-Kurve möglich – aus Sicherheitsgründen an dieser Stelle jedoch undenkbar und unmöglich.