
Michael Gerdes (MdB), unser Mann in Berlin.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Warnungen vorm Scheitern der Energiewende häufen sich. Gewerkschaften und Industrie fordern nach der Abkehr von der Atomkraft nun dringend eine Strategie, wie der Weg zu mehr erneuerbaren Energien tatsächlich beschritten werden soll. Am Mittwoch (8. Februar) kam es aufgrund der Appelle der vergangenen Tage zu einer Aktuellen Stunde im Bundestag.
Ich kann die Sorgen bezüglich der Energiewende gut verstehen. Ob Versorgungssicherheit, stabile Preise, berechenbare Bedingungen für Investitionen in Kraftwerke, Netze oder Speicher – das Handeln der Bundesregierung bleibt mehr als undeutlich. Unsichere Bedingungen sind Gift für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Insbesondere die energieintensive Industrie braucht dringend Klarheit, mit welcher Energie und zu welchen Preisen sie zukünftig produzieren kann.
Irreführend ist zum Beispiel die Annahme, die Energiewende sei allein durch den Ausbau erneuerbarer Energien zu schaffen. Der Zubau der erneuerbaren Energien muss auch mit der Aufnahmefähigkeit des Stromnetzes synchronisiert werden. Wichtig ist nämlich nicht nur die Summe installierter Kapazitäten zur Stromerzeugung, sondern auch die Vermeidung von Schwankungen im Netz. Zudem muss die Energieeffizienz stärker in den Fokus rücken. Hier besteht aus meiner Sicht großes Potenzial zur Senkung des Energiebedarfs in der Industrie und in den Privathaushalten.
Schwarz-Gelb unterschätzt die Komplexität unserer Energieversorgung. Von heute auf morgen und ohne strategische Planung wird die Umstellung nicht gelingen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerdes

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