Michael Gerdes, Dorstens Mann im Bundestag. Liebe Leserin, lieber Leser,
zwar hat der Bundestag in den Sommermonaten sitzungsfrei, Informationen über mein Tagewerk möchte ich Ihnen aber trotzdem senden. Schließlich gibt es für Abgeordnete auch zahlreiche Aufgaben außerhalb des Plenarsaals. Die sog. Sommerpause nutze ich verstärkt für Besuche und Gespräche in Bottrop, Gladbeck und Dorsten. In dieser Ausgabe meines Info-Briefes wird es also weniger um Gesetzentwürfe und Anträge gehen, sondern vielmehr um die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen vor Ort gesammelt habe. Bevor mein „Sommerreisebericht“ startet, möchte ich aber noch zwei wichtige Themen ansprechen: die Diskussion über die Rente mit 67 und die Überlegungen der EU-Kommission zur Steinkohlefinanzierung.
Wir haben in der Großen Koalition die Rente mit 67 beschlossen. Das war für mich als Gewerkschafter in dieser Form nicht verständlich. Ich freue mich darüber, dass wir innerhalb der SPD nun darüber diskutieren, ob die Verlängerung der Lebensarbeitszeit richtig ist bzw. ab wann die Regelung in Kraft treten soll. Jede Berufsgruppe ist anderen Belastungen ausgesetzt. Es gibt Berufe, in denen das Arbeiten im Alter von 67 Jahren nicht mehr möglich ist. Hier ist ein früherer Rentenbeginn notwendig. Außerdem macht die Rente mit 67 erst dann Sinn, wenn bedeutend mehr Jobs für ältere Arbeitnehmer angeboten werden.
Im Juli hat sich die EU-Kommission zur Finanzierung der deutschen Steinkohle geäußert und damit den derzeitigen Kohlekompromiss in Frage gestellt. Als Abgeordneter und Vorsitzender der Bottroper SPD stehe ich klipp und klar zur heimischen Steinkohle. Das Steinkohlefinanzierungsgesetz gilt bis 2018. Die Auflösung dieses Vertrags wäre weder sozialverträglich noch ökonomisch sinnvoll. Wir brauchen die Kohle nicht nur zum Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern auch aus Gründen der Versorgungssicherheit. Ohne die aus der Kohle gewonnene Energie stünden die Maschinen unserer Industrie still.
Allen schulpflichtigen Kindern und ihren Eltern wünsche ich eine erlebnisreiche letzte Ferienwoche. Alles Gute fürs neue Schuljahr.
Herzliche Grüße, diesmal nicht aus Berlin, sondern aus der Heimat
Michael Gerdes
Besuch bei der Trimet Aluminium AG
Gleich zu Beginn der Sommerpause machte Michael Gerdes Station beim Betriebsrat der Trimet Aluminium AG. Zwar liegt die Produktionsstätte des größten deutschen Aluminiumproduzenten auf Essener Stadtgebiet, jedoch grenzt sie unmittelbar an Bottrop. Folglich gehören zur Belegschaft auch zahlreiche Bottroper.
Insgesamt 660 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen am Standort Essen, darunter befinden sich allein 36 Auszubildende. Somit gehört die Trimet AG zu den größeren Arbeitgebern der Region. Es versteht sich von selbst, dass der Erhalt von so vielen Arbeitsplätzen stets ein wichtiges Anliegen für Belegschaft, Unternehmen und Politik ist. Im Gespräch mit Michael Gerdes wies der Betriebsrat mit Sorge auf steigende Strompreise und gesetzlich bedingte Umlagen hin. Insbesondere bei Firmen mit überdurchschnittlichem Stromverbrauch entsteht hier ein Wettbewerbsnachteil, zumal der Strom im benachbarten Ausland günstiger ist und die Unternehmen dort mit weniger Kosten produzieren können.
Das Problem steigender Energiekosten und Umlagen im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nimmt Michael Gerdes mit nach Berlin. Die Arbeitsgruppe Energie innerhalb der SPD-Fraktion ist bereits informiert.
Michael Gerdes zu Besuch im Wohnpark Luisenhof:
„Altenpflege ist nicht nur Beruf“
Der Bundestagsabgeordnete Michael Gerdes (SPD) konnte sich am vergangenen Montag (16.08.2010) bei einem Besuch im Gladbecker Wohnpark Luisenhof ein Bild von der professionellen Arbeit in der Altenpflege machen. Einen Vormittag lang begleitete er Pflegepersonal und Bewohner bei ihrem Alltag im Seniorenheim, angefangen beim Frühstück, weiter bei der Pflege, bis hin zur Freizeitgestaltung.
Viele der Bewohner im Luisenhof leiden an altersbedingter Demenz in unterschiedlichsten Stufen. Von den Pflegekräften wird deshalb neben der medizinisch-fachlichen Betreuung ein großes Einfühlungsvermögen erwartet. Michael Gerdes überzeugte sich davon, dass die Betreuung über das geforderte Maß hinaus von den Pflegekräften mit viel persönlichem Engagement verbunden ist.
Die Bewohner sollen trotz ihrer Erkrankung weitgehend selbstbestimmt am Leben teilhaben. Dazu gehört auch der direkte Bezug zum Wohnumfeld. Der Luisenhof nimmt deshalb gern Kontakte zu sozialen und kirchlichen Einrichtungen auf, um den Bewohnern zu vermitteln, dass sie immer noch Teil der Gesellschaft sind. Eine große Aufgabe innerhalb der Einrichtung obliegt dem sozialen Dienst, der u.a. das Freizeitangebot gestaltet.
Kritisch betrachtete der Abgeordnete und Bottroper SPD-Vorsitzende die sehr umfangreiche Dokumentationspflicht der Pflegeeinrichtungen. Sicher sei es erforderlich, die Pflege zu dokumentieren, allerdings sei der Aufwand erheblich. Es stellt sich die Frage, wie eine vereinfachte, aber dennoch effiziente Aufzeichnung zum Wohle der Bewohner durchgeführt werden kann. Derzeit nimmt sie den Pflegekräften viel Zeit, die sie lieber mit und für die Bewohner verbringen würden.
Michael Gerdes bedankte sich beim Leiter des Luisenhofes, Herrn Frank Beckmann, für den spannenden Einblick in die Praxis:
„Ich habe sehr viel gelernt und dabei nette Menschen kennengelernt, sowohl bei den Pflegekräften, als auch unter den Bewohnern. Ich weiß nun, Altenpflege ist nicht nur Beruf, sondern Berufung. Gern komme ich zu weiteren Besuchen in Ihr Haus”, sagte Gerdes.
Ferien in Waldbröl: schulfrei, aber nicht „lernfrei“
Auch in den Ferien kann man etwas lernen und dabei Spaß haben. Davon überzeugte sich Michael Gerdes am 10. August als er eine Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet im Schullandheim Pempelfort in Waldbröl besuchte. Dort nämlich fand eine Lernfreizeit der Ruhrschulen für Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren statt. Das „Lerncamp“ wurde von Alexander Raths, der als eine Art „Lernpate“ an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop tätig ist, ins Leben gerufen.
Spielerisch und mit gewissem Urlaubsfeeling wurden die Schüler in Waldbröl von Referendaren fit für die Schule nach den Ferien gemacht und speziell in ihren leistungsschwachen Fächern, wie Englisch, Deutsch oder Mathematik gefördert, um wieder Spaß am Lernen zu entwickeln und die Angst vor schlechten Noten zu verlieren.
Finanziert wurde das Projekt aus Spenden, u.a. hat die Ernst-Löchelt-Stiftung für Kinder- und Jugendhilfe Bottrop einen Beitrag geleistet. Auch Michael Gerdes stand den Organisatoren bei der Suche nach Geldgebern zur Seite.
Die Schülergruppe setzte sich aus 40 Kindern aus Bottroper, Duisburger und Essener Schulen zusammen. Die Bottroper Kinder besuchen die Willy-Brandt-Gesamtschule. Und obwohl sich die Kinder vorher nicht kannten, sind sie innerhalb der kurzen Zeit zu einer netten Gruppe mit gutem Zusammenhalt zusammengewachsen.
Michael Gerdes nahm als Gast an einer Englischstunde teil, bei der die Kinder voller Freude ihre englischen Sprechreime und Bewegungslieder vorführten und ihn direkt einbanden. Mit Stolz präsentierten die Kinder auch ihre liebevoll hergerichteten Zimmer.
Die Organisatoren zeigten sich mit dem Verlauf der Ferienfreizeit sehr zufrieden. Und auch die Kinder waren mit viel Elan bei der Sache. Vielleicht klappt es mit einer Wiederholung im nächsten Jahr.
Als Schüler oder nach der Ausbildung für ein Jahr in die USA
Der Deutsche Bundestag vergibt im Rahmen des Parlamentari¬schen Patenschafts-Programms (kurz: PPP) im nächsten Programmjahr 2011/2012 voraussichtlich 360 Stipendien für ein Austauschjahr in den USA. Schüler und auch junge Berufstätige können sich dafür bewerben.
285 Schülerinnen und Schüler besuchen in Amerika die High School. 75 junge Berufstätige gehen auf das College und absol¬vieren anschließend ein Praktikum in einem amerikanischen Be¬trieb. Das PPP-Stipendium umfasst die Reise- und Programmkos¬ten sowie notwendige Versicherungskosten. Die Stipendiaten leben in amerikanischen Gastfamilien.
Schülerinnen und Schüler müssen zum Zeitpunkt der Ausreise (31.7.2011) mindestens 15 und dürfen höchstens 17 Jahre alt sein. Junge Berufstätige müssen bis zur Ausreise (31.7.2011) ihre Be¬rufsausbildung abgeschlossen haben und dürfen zu diesem Zeit¬punkt höchstens 24 Jahre alt sein.
Die Bewerbung für ein PPP-Stipendium ist mit einer Bewerbungskarte möglich. Diese muss bis spätestens 3. September 2010 bei der für den Wahlkreis zuständigen Austauschorganisation eingegangen sein. Bewerbungskarten und weitere Informationen stellt der Deut¬sche Bundestag im Internet unter www.bundestag.de/ppp zur Verfügung. Auskünfte erteilt auch das Berliner Büro von Michael Gerdes: Tel. 030-227 73663 oder per E-Mail: michael.gerdes@bundestag.de.