
Unser Mann im Dt. Bundestag - Michael Gerdes.
Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern jährte sich das Ende des zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Wir denken an diesem Tag an das unfassbare Leid, das dieser Krieg verursachte, an 50 Millionen Menschen, die ihr Leben verloren, und an die vielen Menschen, die er heimatlos machte. 40 Jahre nach Kriegsende hat der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker den 8. Mai 1945 zu Recht als einen Tag der Befreiung bezeichnet. Seine Worte sind auch heute noch eindrückliche Mahnung und zugleich Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen. In Anerkennung unserer Geschichte sind wir in besonderem Maße gefordert, uns für Frieden und Menschlichkeit zu engagieren.
Immer mehr Menschen fliehen unter Lebensgefahr vor Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat Richtung Europa. Der 10-Punkte-Plan des Europäischen Rates kann nur ein erster Schritt sein. Wir brauchen eine effektive Seenotrettung, die sich nicht auf die europäischen Küstenregionen beschränken darf, und wir müssen die kriminellen Schlepperbanden wirksamer bekämpfen. Europa muss eine solidarische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf die Mitgliedstaaten finden. Zudem muss es alle politischen Wege nutzen, die dazu beitragen, die Lage in den Herkunftsländern zu stabilisieren. Deutschland ist mit der Aufnahme der Flüchtlinge gefordert, aber nicht überfordert. Das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zeigt: Wir sind ein starkes und ein mitfühlendes Land. Um Versorgung und Integration der Flüchtlinge sicherzustellen, muss unsere gesamte Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Gerade Kommunen sind hierbei enorm gefordert. Die SPD-Bundestagsfraktion plädiert dafür, dass sich der Bund dauerhaft an den steigenden Kosten der Kommunen beteiligt. Es darf nicht sein, dass unsere Kommunen wegen internationaler Krisen ihre eigentlichen Aufgaben aus Überlastung vernachlässigen müssen.
Am kommenden Montag ist der Tag der Kinderbetreuung. Die Botschaft dieses Tages lautet: Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und –väter leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit. Sie fördern unsere Kinder von Anfang an und sorgen für bessere Bildungschancen. Kitas werden immer mehr zu Bildungsinstitutionen. Das hat Auswirkungen auf die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, die in den letzten Jahren noch deutlich anspruchs- und verantwortungsvoller geworden ist. Deshalb verdienen Erzieherinnen und Erzieher mehr Anerkennung. Sie verdienen aber auch eine bessere Entlohnung. Der laufende Tarifkonflikt über die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher ist aus meiner Sicht nachvollziehbar. Ich bin froh, dass viele Eltern Verständnis für die Streiks in den Kitas zeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerdes

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